• vom 27.09.2017, 16:26 Uhr

Politik

Update: 28.09.2017, 11:00 Uhr

Volksanwaltschaft

Schauspiel-Training für Menschenrechte




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Von Petra Tempfer

  • Internationale Volksanwaltschaften üben mit Schauspiel-Patienten den Ernstfall.

Der Häftling im Gespräch mit Antonia Kyriakidou aus Zypern ist traumatisiert, aber nur ein Schauspieler. Im Hintergrund Volksanwalt Kräuter und Kommissionsleiterin Fischer zu seiner Linken. - © Liebentritt

Der Häftling im Gespräch mit Antonia Kyriakidou aus Zypern ist traumatisiert, aber nur ein Schauspieler. Im Hintergrund Volksanwalt Kräuter und Kommissionsleiterin Fischer zu seiner Linken. © Liebentritt

Via Livestream sind die Mitarbeiter internationaler Ombudseinrichtungen in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Wien zu Gast, während sie in der Volksanwaltschaft versammelt sind. Volksanwaltschaft

Via Livestream sind die Mitarbeiter internationaler Ombudseinrichtungen in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Wien zu Gast, während sie in der Volksanwaltschaft versammelt sind. Volksanwaltschaft Via Livestream sind die Mitarbeiter internationaler Ombudseinrichtungen in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Wien zu Gast, während sie in der Volksanwaltschaft versammelt sind. Volksanwaltschaft

Wien. "Geht die Dame jetzt zurück zur Therapie?", fragt eine Teilnehmerin des Workshops des International Ombudsman Institute (IOI) am Montag. Das IOI ist der einzige globale Dachverband für Ombudsorganisationen und Veranstalter des Workshops zum Thema präventive Menschenrechtskontrolle. Soeben haben etwa zehn Minuten lang zwei männliche Teilnehmer eine verstört wirkende Frau nach deren Unterbringung im Therapiezentrum befragt.

Die Ärzte, die sie behandeln, wechselten zu oft, sagt diese. Sie wünsche sich mehr Kontinuität. Und eine ihrer Zimmerkolleginnen sei so unruhig, so die etwa 45-Jährige mit hoch zugeknöpfter, blauer Weste weiter, dass sie kaum schlafen könne. Läutet sie nach der Krankenschwester, komme diese nicht immer.


187 Mitglieder aus 100 Ländern
Zurück zur Therapie muss besagte Dame jedoch nicht. Sie ist eine Schauspiel-Patientin, die für die Ausbildung von Psychiatrie-Studenten auf das Verhalten bei psychischen Erkrankungen geschult wurde. Beim Workshop trainiert sie die Teilnehmer hinsichtlich deren Gespräche im Zuge der präventiven Menschenrechtskontrollen. Diese wurden zwar auf die Schauspiel-Patienten vorbereitet, Letztere spielen ihre Rolle aber so überzeugend, dass einige deren wahre Identität offenbar doch nicht ganz glauben können.

Thema des Workshops, der diese Woche in der Volksanwaltschaft in Wien stattfand, ist die einfühlsame und dennoch zielgerichtete Gesprächsführung mit Klienten. Er ist der dritte seiner Art. Im Vorjahr hatten sich die Mitarbeiter internationaler Ombudseinrichtungen in Litauen und im Jahr davor in Lettland getroffen. Diesmal nahmen 29 Gäste aus 21 Ländern vor allem aus Europa und Afrika teil. Insgesamt zählt das 1978 gegründete IOI aktuell 187 Mitglieder aus fast 100 Ländern. Seit 2013 fungiert der österreichische Volksanwalt Günther Kräuter als Generalsekretär.

In Österreich kontrollieren seit fünf Jahren sechs Expertenkommissionen im Rahmen eines UN-Mandats Einrichtungen, in denen es zu Entzug oder Einschränkung der persönlichen Freiheit kommt, darunter Justizanstalten, Pflegeheime und Psychiatrien. Im Kern geht es darum, Risikofaktoren für Menschenrechtsverletzungen frühzeitig zu erkennen und auszuschließen. Die Kommissionsmitglieder können vertrauliche Gespräche mit Bewohnern oder Patienten führen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-27 16:30:07
Letzte nderung am 2017-09-28 11:00:09




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