• vom 13.11.2017, 14:31 Uhr

Politik

Update: 13.11.2017, 15:02 Uhr

SPÖ-Klausur

Die SPÖ sucht nach neuer Ausrichtung




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Von WZ Online, APA

  • In einer zweitägigen Klausur berät die SPÖ über eine Neupositionierung. Christian Kern und Michael Häupl dementieren Richtungsstreit.

SPÖ-Chef Christian Kern vor Beginn der SPÖ-Präsidiumsklausur in Wien.

SPÖ-Chef Christian Kern vor Beginn der SPÖ-Präsidiumsklausur in Wien.© APAweb / Herbert Pfarrhofer SPÖ-Chef Christian Kern vor Beginn der SPÖ-Präsidiumsklausur in Wien.© APAweb / Herbert Pfarrhofer

Wien. Das SPÖ-Präsidium analysiert in einer Klausur in Wien die Nationalratswahl und bespricht, wie man die Oppositionsrolle anlegen wird. Parteichef Christian Kern dementierte im Vorfeld ebenso wie Wiens Bürgermeister Michael Häupl einen Richtungsstreit. Während sich aber Häupl für eine "Städtepolitik" aussprach, warnte Hans Peter Doskozil, sich nur auf den innerstädtischen Bereich zu konzentrieren.

Parteichef und Noch-Kanzler Kern will ja Grünen- und Liste Pilz-Wählern ein Angebot machen und ehemalige SPÖ-Wähler zurückgewinnen. Verteidigungsminister Doskozil, der bald als Landesrat und Landeshauptmann-Kronprinz ins Burgenland zurückkehrt, hatte die Partei am Wochenende gemahnt, dass man "nicht die Ersatz-Grünen werden" dürfe. Kern sieht darauf angesprochen keinen Richtungsstreit. Wichtig sei, dass die SPÖ eine breite Partei bleibe, sagte er der APA. Während der zweitägigen Klausur im (noch) parteieigenen Gartenhotel Altmannsdorf werde man nun intensiv analysieren, wer warum bei der Nationalratswahl die SPÖ gewählt habe.

"Es gibt keinen Links-Rechts-Konflikt" 

"Es wird sicher eine Themenverbreiterung geben müssen", meinte der demnächst scheidende Wiener SPÖ-Chef Häupl bei seinem Eintreffen vor Journalisten. Einen Richtungsstreit sehe er nicht, "es gibt keinen Links-Rechts-Konflikt". Doskozils Warnung vor den "Ersatz-Grünen" bringt Häupl nicht aus der Ruhe: "Das will ja ohnehin niemand", erklärte er, "die SPÖ ist die SPÖ". Gewisse Themen ins Portfolio aufzunehmen, sei aber "vernünftig".

Und wenn man sich anschaue, woher die Stimmen für die SPÖ bei der Nationalratswahl gekommen seien, wäre es auch vernünftig, "Städtepolitik" zu machen, befand er. Es gehe um ein "sowohl als auch". Stammwähler zu halten sei zwar wichtig, aber wie groß diese Gruppe für die SPÖ sei, habe man bei der Bundespräsidenten-Wahl sehen können, erinnerte Häupl an die damals erreichten 11,3 Prozent.

"Wahlen gewinnt man in der Mitte" 

Doskozil bekräftigte am Montag, dass er die Diskussion über die Neupositionierung der SPÖ begrüße. "Es ist wichtig, dass wir als Partei der Arbeit für jene Menschen da sind, die in unserer schnelllebigen modernen Gesellschaft Unsicherheit verspüren", meinte Doskozil. "Wenn wir uns nur auf den innerstädtischen Bereich konzentrieren und ausschließlich die akademische Bildungsschicht ansprechen, bewegen wir uns weg von unseren klassischen Wählerklientel."

Die SPÖ müsse sich "sozialpolitisch links, wirtschaftspolitisch pragmatisch, gesellschaftspolitisch liberal und sicherheitspolitisch konsequent" positionieren, findet der Verteidigungsminister, der demnächst in die burgenländische Landespolitik wechselt. "Wenn wir uns ausschließlich auf das grüne Wählerpotenzial fokussieren, bewegen wir uns weg von der Mitte." Die SPÖ werde jetzt schon als zu sehr links wahrgenommen, aber die Mehrheit nehme sich mittig wahr. "Das bedeutet, Wahlen gewinnt man in der Mitte."

Ein Frittatensüppchen für Leichtfried

"Nicht links, nicht rechts, sondern vorwärts" soll die Bundespartei nach Meinung des steirischen Landesparteichefs Michael Schickhofer arbeiten. Nicht ganz klar wurde die Position von Infrastrukturminister Jörg Leichtfried in der "Ersatz-Grünen"-Debatte. Zu Scherzen aufgelegt, ließ er am Weg vom Mittagessen in den Sitzungssaal lediglich wissen, dass er sein Frittatensüppchen mit grünem Schnittlauch garniert hatte.

Personalentscheidungen sollen bei der Klausur noch nicht fallen, wurde versichert. Offen ist etwa, wer künftig Bundesgeschäftsführer sein soll - im Gespräch sind dem Vernehmen nach etwa Kanzleramtsminister Thomas Drozda oder Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. Darüber gesprochen werden dürfte freilich schon. So wollte etwa die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures ihren Wunschkandidaten für die Position nicht vor Journalisten kundtun, nachdem dies eine der Diskussionen in der Klausur sein werde. Auch Häupl wollte keine Namen nennen, es handle sich um eine Entscheidung des Bundesparteivorsitzenden.

Über die Ergebnisse der Klausur wird Kern am Dienstag in einer Pressekonferenz berichten.





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Dokument erstellt am 2017-11-13 14:37:03
Letzte nderung am 2017-11-13 15:02:14



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