• vom 14.11.2017, 17:39 Uhr

Politik


Fehlzeitenreport 2016

Österreicher sind im Jahr 12,5 Tage krank




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  • Die Zahl der Arbeitsunfälle ist auf einem historischen Tiefstand.



Wien. Die Österreicher haben im Jahr 2016 wieder etwas weniger Zeit im Krankenstand verbracht als im Jahr davor. Die unselbständigen Beschäftigten waren im Jahresverlauf durchschnittlich 12,5 Tage im Krankenstand. Das bedeutet einen Rückgang um 1,3 Prozent gegenüber 2015 mit 12,7 Tagen. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Fehlzeitenreport des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) hervor.

Hauptgrund für die leicht rückläufige Entwicklung der Krankenstandsquote gegenüber 2015 sind laut Fehlzeitenreport vor allem eine etwas schwächere Grippewelle und die geringere Zahl an Atemwegsinfekten. In den meisten anderen Krankheitsgruppen nahm die Zahl der Krankenstandstage hingegen leicht zu.


Langfristig gesehen geht die Zahl der Krankenstandstage deutlich zurück. 1980 sind pro Kopf noch 17,4 Krankenstandstage angefallen. In den Jahren 1990 und 2000 waren die Beschäftigten durchschnittlich 15,2 Tage bzw. 14,4 Tage krankgeschrieben, 2010 lag die durchschnittliche Krankenstandsdauer bei 12,9 Tagen. Dieser Rückgang lässt sich laut Studie nicht durch einen einzelnen Faktor erklären. Eindeutig vorteilhaft wirkten sich die Reduktion der Arbeitsunfälle aus sowie die Verschiebung der Wirtschaftsstruktur in Richtung Dienstleistungen.

Bei den Arbeitsunfällen wurde im Vorjahr erneut ein Tiefstand erreicht. Im Jahr 1974 (erstmalige Erfassung) gab es in Österreich je 10.000 Versicherten 765 Unfälle, 2016 nur noch 321. 1974 waren 7,6 Prozent der Beschäftigten von einem Arbeitsunfall betroffen, im Vorjahr nur mehr 3,2 Prozent.

Unterschiede gab es neuerlich bei den Geschlechtern. 2016 verbrachten Frauen im Durchschnitt 13 Tage im Krankenstand, Männer 12,1 Tage. Der Unterschied ist laut Fehlzeitenreport im Steigen begriffen. Grund dafür ist einerseits, dass die Zahl der über 50-jährigen Frauen unter den Beschäftigten stärker steigt als jene der Männer, andererseits sind Frauen vermehrt in Branchen mit überdurchschnittlichen Krankenstandsquoten (Gesundheits- und Sozialwesen) beschäftigt.

Salzburg ist seit Jahren das Bundesland mit den wenigsten Fehlzeiten (10,6 Tage), Niederösterreich (13,6 Tage) mit den meisten.

Die direkt zuordenbaren Krankenstandskosten beliefen sich 2015 (dem jüngsten Jahr mit verfügbaren Daten) in Summe auf 3,5 Milliarden Euro. Laut Angaben des Sozialministeriums bezahlten die Arbeitgeber in Summe 2,8 Milliarden Euro an Entgeltfortzahlungen. Weitere 685 Millionen Euro wurden von den Sozialversicherern in Form von Krankengeld ausbezahlt.

Die Studie belegt, dass mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit von gesundheitlichen Problemen und Einschränkungen steigt. Ältere Arbeitnehmer treten seltener als junge einen Krankenstand an, sie sind aber häufiger von langen Krankenstandsfällen betroffen.




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Dokument erstellt am 2017-11-14 17:44:05



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