• vom 04.12.2017, 18:22 Uhr

Politik


Rauchverbot

Von Kompromiss zu Kompromiss




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (9)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Werner Reisinger

  • Rauchen in Lokalen: Die FPÖ besteht auf der geltenden Regelung, die ÖVP will das Verbot. Gelingt doch eine Einigung?

Gerhard Haderer

Gerhard Haderer Gerhard Haderer

Wien. Man handle das ganz einfach ab. "Ich geh ins Raucherkammerl, und Sebastian Kurz bleibt im Nichtraucherbereich", sagte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vor zwei Wochen auf die Frage, wie weit man denn beim Thema Rauchen in den Koalitionsverhandlungen sei. Doch der Scherz des blauen Chefverhandlers vermochte nur kurz zu kaschieren, dass das für Mai 2018 geplante totale Rauchverbot in Lokalen für die werdende schwarz-blaue Koalition in den Verhandlungen zu einem echten Stolperstein werden könnte. Denn während die ÖVP eher nicht von der noch in Zeiten der großen Koalition getroffenen Regelung abgehen möchte, macht die deklarierte Raucher-Partei FPÖ weiter Druck.

Vergangene Woche luden Gastronomen, überzeugte Raucher und die FPÖ-Spitze in ein Lokal in der Wiener Lichtenfelsgasse nahe dem Parlament, um sich kamerawirksam den Glimmstängeln hinzugeben und dabei wortreich die befürchteten negativen Konsequenzen des totalen Rauchverbots zu beklagen. Wenn erst das Rauchen in Lokalen gänzlich verboten sei, würde als Nächstes ein Verbot von Schnitzel und Alkohol folgen, mutmaßen manche Kritiker des Totalverbots. Für die FPÖ ist klar: Die derzeit geltende Regelung muss beibehalten werden.


Dabei ging es beim Beschluss des totalen Rauchverbots von SPÖ und ÖVP weniger um die Gäste. Vor allem die Arbeitnehmer in der Gastronomie hätten ebenso wie alle anderen Arbeitnehmer das Recht auf einen gesundheitlich unbedenklichen Arbeitsplatz, so damals die Argumentation der SPÖ. Gerade das ist in der aktuell geltenden, typisch-österreichischen Kompromisslösung eher nicht gegeben. Kleine Lokale mit einer Betriebsfläche von bis zu 50 m² können es sich aussuchen, ob sie Raucher- oder Nichtraucherlokal sein wollen. Zwischen 50 m² und 80 m² muss eine räumliche Trennung zwischen Rauchern und Nichtrauchern erfolgen, wenn dies baulich möglich ist und nicht etwa der Denkmalschutz Umbauten verunmöglicht.

Größere Lokale dürfen Raucherbereiche haben, müssen aber dafür sorgen, dass jene Stellen, wo sich das Personal hauptsächlich aufhält (also etwa der Schankbereich), rauchfreie Zone sind. In der Praxis war das nicht immer so. Für viele Angestellte in der Gastronomie hieß es weiter, sich dauerhaft dem gesundheitsschädlichen Passivrauch aussetzen zu müssen - und das bis zu zehn Stunden pro Schicht.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-12-04 18:26:05



Österreich hat gewählt

Hier finden Sie die Ergebnisse aus allen Bundesländern
Zu den Ergebnissen


Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Rollentausch
  2. Ist jedes Kind gleich viel wert?
  3. Explosion im Gaswerk Baumgarten
  4. Republik will 9,8 Millionen von den Angeklagten
  5. Säureaustritt mit mehreren Schwerverletzten
Meistkommentiert
  1. Beschäftigungsbonus vor dem Aus?
  2. Es darf geraucht werden
  3. 12-Stunden-Tag wird kommen
  4. Regierungspakt zu Weihnachten
  5. "Spender haben Ziel erreicht"


Werbung


Werbung