• vom 31.07.2013, 18:37 Uhr

Politik

Update: 31.07.2013, 18:51 Uhr

Wahlkampf

Darabos zeitlos defensiv




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Von Wolfgang Zaunbauer

  • Experte Hajek: SPÖ und ÖVP seit 30 Jahren auf ihre Kernwähler fixiert
  • Die SPÖ setzt auf Arbeit, Pensionen, Bildung und Wohnen - und ein bisschen auf Einbindung der Bürger.

Auf rote Kernkompetenzen setzt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Viele Wähler außerhalb der SPÖ wird er damit eher nicht anlocken. - © apa/Roland Schlager

Auf rote Kernkompetenzen setzt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos. Viele Wähler außerhalb der SPÖ wird er damit eher nicht anlocken. © apa/Roland Schlager

Wien. Norbert Darabos ist Historiker - und ein Hauch von Geschichte umweht auch die Themen, mit denen der SPÖ-Bundesgeschäftsführer seine Partei 60 Tage vor der Nationalratswahl in den Intensivwahlkampf schickt. Arbeit, Pensionen, Bildung und Wohnen - damit hätte die SPÖ wohl bei jeder Nationalratswahl seit 1945 antreten können. Als Tribut an den Zeitgeist setzt die SPÖ dafür auch ein bisschen auf Bürgerbeteiligung.

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Auf großflächigen Plakaten kündigt Parteichef Werner Faymann an, die SPÖ werde "um jeden Arbeitsplatz", "für faire Bildung", "für leistbares Wohnen" und "für sichere Pensionen" kämpfen. Andere Plakate sind knapper gehalten, da heißt es Weiß auf Rot "Arbeit", "Bildung" oder "Pensionen". Damit wolle die SPÖ "ihre Kernkompetenzen kommunizieren", erklärte Darabos am Mittwoch vor Journalisten. Er sieht die Roten in einer "guten Situation", denn gerade bei diesen Fragen sei "die Lösungskompetenz am ehesten bei den Sozialdemokraten beheimatet".

Bestärkt sieht sich Darabos von einer Karmasin-Umfrage, wonach die SPÖ mit Abstand am meisten für die arbeitenden Menschen, Pensionisten und Jugendlichen tut, während die ÖVP nur die Interessen von Banken und Konzernen vertritt.

"Zeitlose Themen,
aber Themen der Zeit"

Aus Sicht des Politikberaters Peter Hajek setzt die SPÖ die für sie richtigen Schwerpunkte. Den Einwurf der thematischen Beliebigkeit lässt er nicht gelten. "Die Themen sind zeitlos, aber es sind auch Themen der Zeit", sagt er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Bildung sei "immer ein Thema", Arbeitslosigkeit gerade für die SPÖ ebenso. Wohnen sei der Wiener SPÖ stets ein Anliegen gewesen und durch die Wirtschaftskrise und steigende Mietpreise aktuell geworden.

"Jede Partei hat ihre Symbolthemen, die sie immer spielt", sagt Hajek. Bei den Grünen ist das die Umwelt, bei der FPÖ die Zuwanderung, bei der ÖVP die Wirtschaft und bei der SPÖ eben die Arbeit. Entscheidend sei, was für die Zielgruppe relevant ist, so Hajek. Klar sei angesichts der Schwerpunkte auch, dass die SPÖ einen rein auf die Kernwählerschaft zugeschnittenen, "defensiven Wahlkampf" führe, so der Politikexperte.

Das betrifft freilich nicht nur die SPÖ, sondern auch die ÖVP. "Beide machen Kernwählerpolitik wie vor 30 Jahren", findet Hajek. Einen "offensiven Wahlkampf", um gezielt breite, neue Wählerschichten anzusprechen, habe die ÖVP zuletzt unter Wolfgang Schüssel gemacht, als man auf Pensionsreform und Studiengebühren gesetzt habe - und vom Wähler mit 42 Prozent honoriert wurde. Bei der SPÖ liege der letzte offensive Wahlkampf sogar noch weiter zurück, sagt Hajek und führt den EU-Beitritt und die progressive Finanzpolitik unter Franz Vranitzky an.

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Dokument erstellt am 2013-07-31 18:05:04
Letzte Änderung am 2013-07-31 18:51:58



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