• vom 17.02.2015, 15:12 Uhr

Politik

Update: 17.02.2015, 16:57 Uhr

Interview

"Spindelegger hat ein satirisches Loch hinterlassen"




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Von Bettina Figl

  • Die Gebrüder Moped nehmen die österreichische Innenpolitik auf's Korn – ein Interview über Humor und Politik.

"Wiener Zeitung": Sie veranstalten zum ersten Mal den "politischen Aschermittwoch im Kabarett". Wie kam es dazu?
Franz Stanzl: In Bayern gibt es neben dem politischen Aschermittwoch den kabarettistischen Aschermittwoch. Auch wir wollen den Tag positiv besetzen, indem wir etwas machen das uns gefällt. Es ist aber keine Gegenveranstaltung zum rechten Aschermittwoch, und auch kein linker Aschermittwoch.

Aber die eingeladenen Politiker stehen schon eher links der Mitte?
Es sind genau zwei Politiker: Sigrid Maurer (Grüne) und Niko Alm (Neos). Wir haben einfach Menschen eingeladen, die uns interessieren, die wir gut finden und keine Kabarettisten sind. Auch bei Politikern haben wir grundsätzlich keine Scheu.

Information

Franz Stanzl (Jg. 1972) ist Teil des Kabarettduos "Gebrüder Moped". Ihr aktuelles Programm heißt "Tellerrandtango". Am Mittwoch moderieren sie den "politischen Aschermittwoch im Kabarett" in der ausverkauften Kulisse Wien. http://gebruedermoped.com
Die Tradition zum politischen Aschermittwoch  ist im Bayern des 16. Jahrhunderts entstanden. Als die CSU 1953 unter der Führung von Franz Josef Strauß ihren ersten politischen Aschermittwoch durchführte, wurde er zu einer Institution. Die jährlichen Kundgebungen waren daraufhin vor allem durch Auseinandersetzungen zwischen Bayernpartei und CSU bestimmt. Heute veranstalten in ganz Deutschland viele Parteien Aschermittwochstreffen. Die Tradition zum politischen Aschermittwoch hat in Österreich vor allem die FPÖ übernommen. Oft kommt es zu einem derb-rhetorischen Schlagabtausch in Bierzelt-Atmosphäre.


Sie moderieren den Abend, neben Kabarettkolegen Hosea Ratschiller und Christoph & Lollo stehen zehn Gäste auf der Bühne (u.a. Dieter Chmelar, Peter Hajek, Corinna Milborn, Robert Misik, Julya Rabinowich). Wie wird das ablaufen?
Wir haben zehn Gäste eingeladen und gebeten, ein Erlebnis aus ihrem Leben auf der Bühne zu teilen. Das muss jetzt nicht unbedingt lustig sein, aber skurril. Jeder hat fünf Minuten Zeit, lauter kleine Häppchen, für die Zuseher wird das ein bisschen wie Tweets durchlesen, unter einem Hashtag Politik.

Die Gebrüder Moped kennen die meisten aus den sozialen Medien, und nicht aus dem Kabarett. Wie kam das?
Das hat sich so entwickelt. Wir machen ja seit 2008 Kabarett, gleichzeitig ist Facebook in Österreich gestartet und ich habe die neuen Medien von Anfang an genutzt. Aber seit einem Jahr treten wir im Internet konsequent als Gebrüder Moped auf und auch unser aktuelles Kabarettprogramm bezieht sich auf das, was wir im Internet machen. Und ja, wir sind im Internet bekannter. In letzter Zeit verbindet sich das aber: Wir bringen Jüngere ins Kabarett und Ältere zu Facebook.

Zur neuen Stadtregierung in Wiener Neustadt haben Sie getwittert: "Wiener Neustadt wird #grünblau! Cool, vegane Skinheads mit nachhaltigen Stahlkappen." Man hat den Eindruck, Sie verfolgen das politische Geschehen laufend.
Ja, das läuft so nebenbei, und ich haue dann schnell Tweets raus. Martin (der zweite Teil der Gebrüder Moped, Anm.) geht eher in die Tiefe und verarbeitet das Geschehen in unseren Kolumnen oder im Kabarettprogramm. Aber jeder von uns postet im Namen von Gebrüder Moped, wir haben großes Vertrauen ineinander.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-02-17 15:13:13
Letzte Änderung am 2015-02-17 16:57:08



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