Genf.

Gut drei Wochen später beginnt die internationale Hilfe aber nun langsam im großen Stil anzulaufen. In den vergangenen Tagen wurden von der UNO 9000 Zelte und andere dringend benötigte Güter in die besonders betroffene Grenzregion zwischen Kenia, Äthiopien und Somalia geflogen. Nach der ersten erfolgreichen Hilfslieferung am Sonntag hat das UN-Welternährungsprogramm (WFP) zudem bereits weitere Nahrungs- und Medikamententransporte in die von den radikalislamistischen Al-Shabaab-Milizen kontrollierten Gebiete Somalias organisiert. Die Transporte in die Süd- und Zentralregion des Landes werden von der UNO als besonders heikel angesehen, da die Gotteskrieger vor zwei Jahren alle internationalen Hilfsorganisationen ausgewiesen hatten und erst angesichts der dramatischen Dürre wieder eine Kehrtwende vollzogen haben.
Krisentreffen in Rom
Auch die internationale Staatengemeinschaft hat mittlerweile ihre Hilfszusagen deutlich aufgestockt. Großbritannien will 59 Millionen Euro zusätzlich für den Kampf gegen den Hunger zur Verfügung stellen, Deutschland hat sein Angebot um fünf Millionen Euro erhöht. In den nächsten Tagen will zudem auch die EU ihre bisheriges Spendenvolumen von 70 Millionen Euro noch einmal "bedeutend" erhöhen. Weitere Zusagen erhofft man sich von einem großen Krisentreffen, das am Montag am Sitz der UNO-Landwirtschaftsorganisation FAO in Rom stattfinden soll. In der vergangenen Woche hatte UN-Chef Ban Ki-moon die Staatengemeinschaft nachdrücklich zu finanzieller Hilfe aufgerufen, weil von den für Soforthilfsmaßnahmen benötigten 1,1 Milliarden Euro nur etwa die Hälfte eingegangen war.
Trotz der dramatischen Appelle und weiteren Hilfszusagen ist derzeit allerdings noch immer nicht genügend Geld vorhanden. Allein dem sich auf die unmittelbare Nahrungsmittelhilfe konzentrierenden Welternährungsprogramm fehlten noch 135 Millionen Euro, sagte ein WFP-Sprecher am Montag. Allerdings sieht man bei der UNO auch teilweise Anzeichen für eine Verbesserung der Lage. Die verstärkte internationale Hilfe bewirke, dass die betroffenen Menschen schon früher die Krisenregionen verließen, bevor sie große Schwächeanzeichen zeigten, sagt Paul Spiegel vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Zuletzt war die Sterblichkeit in den Auffanglagern aufgrund der zu späten Flucht noch überproportional hoch gewesen. Im Juni lag die statistische Rate im äthiopischen Lager Dolo Ado etwa bei täglich 7,4 Todesopfern pro 10.000 Menschen.
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