• Artikel vom 30.12.2011, 18:02 Uhr

Chronik

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Der 2006 von Präsident Calderon ausgerufene Drogenkrieg hat bis heute keinen Frieden in Mexiko geschaffen

Neue Kartelle, neue Gräber


  • Im mexikanischen Drogenkrieg sind die ehemaligen Fronten längst verwischt.

Auf einem Friedhof bei Ciudad Juarez werden die Gräber im Akkord geschaufelt. Mehr als 50.000 Tote dürfte Mexikos Drogenkrieg bereits gefordert haben. Genaue Zahlen gibt es längst nicht mehr. - © REUTERS

Auf einem Friedhof bei Ciudad Juarez werden die Gräber im Akkord geschaufelt. Mehr als 50.000 Tote dürfte Mexikos Drogenkrieg bereits gefordert haben. Genaue Zahlen gibt es längst nicht mehr. © REUTERS

Mexico City. (rs/dpa) Einer wie Luis Rodriguez Olivera findet sich immer. Der 39-Jährige, den sie auch "El Güero" (der Blonde) nennen, war am Mittwoch am Flughafen von Mexico City verhaftet worden. Zwischen 1996 und 2008 soll er im Auftrag des Sinaloa-Kartells tonnenweise Kokain in die USA geschmuggelt haben. Daneben dürfte Olivera ein entscheidendes Bindglied zu den Produzenten in Peru und Kolumbien gewesen sein.

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Nach seiner Verhaftung wurde der Blonde von den mexikanischen Sicherheitsbehörden wie eine Trophäe präsentiert. Nach Arturo Beltran Levya, Jose de Jesus Mendez und dem "La Barbie" genannnten Edgar Valdez Villareal war einem also erneut ein dicker Fisch ins Netz gegangen - ein Beweis dafür, dass der Drogenkrieg mit seinen bisher 50.000 Toten nun langsam, aber doch Erfolge zeitigt. Doch der Blick auf die durchaus lange Liste der verhafteten und getöteten Drogenbosse ist trügerisch. Seit Präsident Felipe Calderon bei seinem Amtsantritt im Dezember 2006 der organisierten Kriminalität den Krieg erklärt hat, ist die Situation im Land nicht besser geworden. Eher im Gegenteil.

Vor fünf Jahren war Mexiko im Wesentlichen von einigen großen Drogenkartellen kontrolliert worden. Vor allem im Norden des Landes hatte der Staat das Machtmonopol an die organisierte Kriminalität verloren, die mit zunehmender Brutalität nicht nur die Schmuggelrouten in die USA kontrollierte, sondern ganze Regionen beherrschte. Die Drogenbanden, die abhängig von ihrer Herkunft als Golf-, Sinaloa-, Juarez- oder Tijuana-Kartell bezeichnet werden, hatten dabei ihre Macht- und Einflusssphären relativ penibel aufgeteilt. Und neben den großen Mafiaorganisationen blieb kaum Platz.

Das Vorgehen des Staates gegen die großen Kartelle hat in den vergangenen Jahren allerdings zu Auf- und Abspaltungen geführt. Dabei sind neue paramilitärische Banden entstanden, die sich teilweise untereinander bekämpfen. Wie viele es von ihnen gibt, vermögen auch Experten kaum mehr zu sagen. Die bekanntesten sind die "Familia Michoacana", von der sich inzwischen die "Caballeros Templarios" abgespalten haben, sowie "Los Zetas", ehemalige Elitesoldaten, die ursprünglich als Killerbande des Golfkartells dienten. Anfang 2010 haben sich die "Zetas" allerdings selbstständig gemacht und sind inzwischen in ganz Mexiko präsent.

Polizisten im Sold der Mafia
So unüberschaubar wie die Zahl der Banden, so unübersichtlich ist der Krieg gegen sie geworden. Es gibt keine klaren Fronten. Seit einem Jahr hat die Regierung nicht einmal mehr die aktuellen Opferzahlen mitgeteilt. Jeden Tag sterben schätzungsweise zwischen 20 und 70 Menschen, darunter viele Zivilisten wie Frauen und Kinder. Auch Politiker und Journalisten geraten immer wieder zwischen die Fronten oder ins Fadenkreuz der Drogenbanden.




Schlagwörter

Mexiko, Drogenkrieg

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Dokument erstellt am 2011-12-30 18:08:05


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