• Artikel vom 20.02.2012, 11:01 Uhr

Chronik

Update: 20.02.2012, 13:26 Uhr
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Gefährliche Lawinen

Risikobereitschaft als Unsicherheitsfaktor


  • Frust bei Geschäftsführer der Skilifte Lech über Unvernunft der Sportler.
  • Sportpsychologe: Risikobereitschaft ändert sich nicht.

Bregenz/ Klagenfurt / Wien.

Rettungskräfte suchen nach Lawinenopfern: Wintersportler bringen sich mit höherer Risikobereitschaft im freien Gelände immer mehr in Gefahr.

Rettungskräfte suchen nach Lawinenopfern: Wintersportler bringen sich mit höherer Risikobereitschaft im freien Gelände immer mehr in Gefahr.APAweb / Erich Bretterbauer / Presse & Medien / Steirischer Bergrettungsdienst Rettungskräfte suchen nach Lawinenopfern: Wintersportler bringen sich mit höherer Risikobereitschaft im freien Gelände immer mehr in Gefahr.APAweb / Erich Bretterbauer / Presse & Medien / Steirischer Bergrettungsdienst

Die Risikobereitschaft der Skifahrer, im freien Gelände ihre Spuren zu ziehen, hat laut Michael Manhart von den Skiliften Lech in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, "und heuer noch einmal". Man habe offenbar den Respekt vor der Natur verloren. Erstklassige Informationen über die Lawinengefahr gebe es mehr als genug, manche der Wintersportler würden sich aber leider ignorant zeigen. "Was muss man noch tun?", fragte Manhart.

Appell an die Vernunft der Wintersportler
Einen Grund für diese Entwicklung sieht Manhart einerseits darin, dass es heutzutage sehr viel mehr gute Skifahrer gebe als früher. Zum anderen würden sich auf den kürzeren Carving-Skiern auch an und für sich mittelprächtige Skifahrer leichter tun und ins freie Gelände wagen, was mit Zwei-Meter-Latten noch nicht möglich gewesen wäre. Dem Trend entgegenzuwirken sei schwierig. Im Grunde genommen könne man nur an die Vernunft der Wintersportler appellieren. Nachlassen würde der Expansionsdrang der Skifahrer in die freie Natur aber erst, wenn es ein paar Tote gegeben habe. "Dann ebbt das ab, und nach einer gewissen Zeit steigert sich die Risikobereitschaft wieder", so Manhart, mit dem Nachsatz: "Der Mensch ist nicht lernfähig."

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"Es ist heutzutage problemlos möglich, sich alle Informationen über die aktuelle Lage am Berg zu besorgen - man muss das Angebot nur nützen. Ich würde mir generell wünschen, dass die Leute mehr Zeit in die Planung ihrer Tour investieren", sagte auch Gebhard Barbisch, Landesleiter der Bergrettung Vorarlberg. Man müsse jedoch mit Vorverurteilungen vorsichtig sein. Einen Hang richtig zu beurteilen, sei relativ schwierig. "Man kann sich aber in Lawinenkursen mit der Thematik auseinandersetzen und dazulernen", sagte Barbisch. Die gemeinsam mit der Initiative Sichere Gemeinden angebotenen Kurse für Variantenfahrer und Tourengeher seien stets gut besucht. "Wer weiß, was in einer Lawine mit einem passiert, wird nicht mehr verantwortungslos handeln", war der Bergretter überzeugt.

In der heurigen Wintersaison hätten sich die Lawineneinsätze bis dato im Rahmen gehalten, sagte Barbisch. In Vorarlberg habe man bisher einen Lawinentoten zu vermelden. Ein deutscher Skifahrer starb am 21. Jänner 2012 am Golm im Montafon beim Abgang eines Schneebretts. Zwei weitere Einsätze mit Verschütteten gab es in Lech am Arlberg, darunter der niederländische Prinz Friso. Bei Sicherheitssuchen nach Lawinenabgängen in Mittelberg (Kleinwalsertal), Mellau, Zug und Schröcken (alle Bregenzerwald) wurden glücklicherweise keine Personen unter den Schneemassen entdeckt.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-20 11:02:48
Letzte Änderung am 2012-02-20 13:26:25


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