• Artikel vom 22.02.2012, 09:45 Uhr

Chronik

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Die Kassen sparen, Problempatienten leiden

Die Tücken der Physiotherapie


  • "Konsument" testet Therapeuten und kommt zu einem schlechten Ergebnis.

Spitzensportler werden permanent von Physiotherapeuten fit gehalten - für Otto Normalverbraucher ist der Zugang schwieriger.

Spitzensportler werden permanent von Physiotherapeuten fit gehalten - für Otto Normalverbraucher ist der Zugang schwieriger.APAweb / EPA / Felipe Trueba Spitzensportler werden permanent von Physiotherapeuten fit gehalten - für Otto Normalverbraucher ist der Zugang schwieriger.APAweb / EPA / Felipe Trueba

Wien. 72 Jahre beträgt die jüngste Vision für das Pensionsalter der Zukunft, zuletzt präsentiert von der EU-Kommission. Damit die Menschen länger arbeiten können, müssen sie gesund bleiben. Der Physiotherapie fällt dabei eine besondere Rolle zu.

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Physiotherapie kann Patienten nach Unfällen schneller fit machen und durch chronische oder neurologische Erkrankungen verursachtes Leiden lindern. Die Kosten für vom Arzt verordnete, wissenschaftlich anerkannte Anwendungen übernimmt daher die Krankenkasse. Die Therapeuten müssen sich aber an die ärztliche Verordnung halten, Rechnungen korrekt ausgestellt sein. "Die Praxis sieht häufig anders aus", kritisieren die Tester des Magazins "Konsument".

Geprüft wurden fünf Grazer und zehn Vorarlberger Wahltherapeuten. Bei ihnen muss der Patient zunächst privat zahlen und kann die Rechnung dann zur Rückerstattung bei seiner Krankenkasse einreichen. Refundiert werden 80 Prozent der Kosten, die ein Kassen-Vertragstherapeut für die verordnete Leistung in Rechnung stellen kann. Die Wahltherapeuten sind in ihrer Preisgestaltung frei.

Es habe der Verdacht bestanden, dass mitunter "anstatt vom Arzt verschriebener Massagen, Fangopackungen und Heilgymnastik häufig andere Methoden wie Klangtherapie, Osteopathie oder Magnetfeldbehandlungen" angewendet werden, so die Konsumentenschützer. "Nicht selten soll dies gar mit der Aufforderung an die Patientinnen und Patienten geschehen, für diese 'besseren Leistungen' eine Zuzahlung zu leisten. Den Krankenkassen würden dann allerdings die verordneten (aber nicht geleisteten) Therapien in Rechnung gestellt."

Die Ergebnisse der Untersuchung würden solche Vermutungen bestätigen, so der "Konsument": Bei der Testreihe in der Steiermark hielten die Physiotherapeuten nur in knapp 23 Prozent aller Fälle die ärztliche Verordnung ein. Sechsmal erfolgte eine nicht mit dem Arzt abgesprochene Therapieänderung, bei der jedoch medizinisch anerkannte Verfahren zur Anwendung kamen, bzw. wurde die vorgegebene Dauer deutlich unterschritten. "In 57 Prozent der Fälle setzten sich die Therapeuten über die ärztliche Anordnung hinweg, wendeten eine nicht anerkannte Methode an oder stellten für die Einreichung bei der Krankenkasse eine unkorrekte Rechnung aus."

Testsieger ohne Tadel wurde das physikalische Zentrum Graz-Nord, ein Institut erhielt noch die Note "durchschnittlich", die anderen Anbieter waren "weniger zufriedenstellend".




Schlagwörter

Gesundheit, Physiotherapie

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-22 09:37:04
Letzte Änderung am 2012-02-22 09:41:23


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