
Eine Gruppe von etwa 30 Albanern und Roma, die im Rahmen eines USAID-Projektes in Mitrovica das Ufer des Ibar-Flusses säuberten, ist am Mittwochvormittag von vermummten Serben angegriffen worden. Nach Angaben des Polizeisprechers Besim Hoti seien die Angreifer aus dem Nordteil der Stadt gekommen. Mindestens drei Personen mussten wegen der Verletzungen um ärztliche Hilfe ersuchen, sagte Hoti gegenüber kosovarischen Medien.
Nach Angaben der Polizei waren in den Morgenstunden auch Schüsse in einem albanischen Wohngebiet im mehrheitlich von Serben besiedelten Nordteil der Stadt zu vernehmen. Die Polizei hatte zunächst nach den Worten von Hoti keine Informationen über eventuelle Zwischenfälle.
Die Stadt
Kosovska Mitrovica (Mitrovicë, Косовска Митровица) liegt im Nordkosovo. Der Ibar-Fluss trennt die den südlichen, von Albanern bewohnten Stadtteil vom nördlichen Stadtteil, in dem fast ausschließlich Serben leben.
Dialog ausgesetzt
Vor dem Hintergrund der jüngsten Auseinandersetzungen haben Serben und Kosovaren den von der EU geführten vorläufig eingestellt. Laut EU-Vermittler Robert Cooper war die serbische Delegation nicht bereit, mit den Diskussionen heute fortzufahren."
Grund für die serbische Weigerung ist offenbar die Lage im Nordkosovo. Cooper betonte: "Die Situation an den Übergängen im Norden Kosovos ist weder Teil des Dialogs, noch Gegenstand irgendeiner separaten Verhandlung mit Serbien." Auf der heutigen Sitzung hätten Fragen der Energie, der Telekommunikation und die Teilnahme des Kosovo in regionalen Foren erörtert werden sollen. Außerdem sei es um die Umsetzung bisheriger Vereinbarungen gegangen.
"Der Dialog wird fortgesetzt, wenn die serbische Seite bereit ist, sich wieder einzubringen", sagte Cooper. Ziel des Dialoges sei es, die Lebensumstände der Bürger zu verbessern und beide Seiten näher an die EU zu bringen.