• Artikel vom 22.01.2012, 15:25 Uhr

Europa

Update: 22.01.2012, 16:34 Uhr
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Erstmals deutliche Mehrheit für Rücktritt des deutschen Bundespräsidenten

Wulff verliert an Rückhalt


  • Neue Vorwürfe gegen langjährigen Vertrauten Wulffs.

Deutschlands Bundespräsident Christian Wulff steht das Wasser schon ziemlich bis zum Hals. - APAweb/Reuters/Thomas Peter

Deutschlands Bundespräsident Christian Wulff steht das Wasser schon ziemlich bis zum Hals. APAweb/Reuters/Thomas Peter

Berlin. Deutschlands Bundespräsident Christian Wulff verliert an Rückhalt in der Bevölkerung. Nach neuen Vorwürfen gegen seinen langjährigen Vertrauten Olaf Glaeseker sprach sich am Wochenende erstmals eine deutliche Mehrheit für einen Rücktritt des Staatsoberhauptes aus. In einer Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" sagten 53 Prozent der Befragten, ein Rücktritt Wulffs wäre für das Ansehen Deutschlands besser.

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Nur 37 Prozent wollten, dass Wulff im Amt bleibt. 55 Prozent waren der Ansicht, Wulff könne dem Amt nicht mehr gerecht werden, 36 Prozent waren anderer Meinung. Emnid befragte dazu am Freitag 500 Bundesbürger. Eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap für die ARD-Sendung "Günther Jauch" ergab, dass nur noch ein Drittel der Bevölkerung (31 Prozent) den Bundespräsidenten für glaubwürdig hält. Im Vergleich zum Beginn seiner Amtszeit bedeute dies einen Verlust von 43 Punkten.

Gegenüber Dezember, als die Affäre um den umstrittenen Hauskredit ihren Anfang nahm, verzeichnete Infratest dimap einen Rückgang von 20 Punkten. Die Befragten differenzieren aber offenbar zwischen Amtsträger und Privatperson. Wulff galt der Mehrheit der Befragten (66 Prozent) trotz der Affäre als sympathisch.

Ex-Wulff-Sprecher im Zwielicht
Am Wochenende wurden neue Vorwürfe laut. So geriet der frühere Sprecher des Bundespräsident ins Zwielicht. Anders als von Wulffs Anwälten behauptet habe Olaf Glaeseker in seiner Zeit in Niedersachsen offenbar doch Sponsorengelder für die privat organisierte Lobbyveranstaltung "Nord-Süd-Dialog" eingeworben, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

So habe er als Regierungssprecher des damaligen Ministerpräsidenten Wulff im November 2009 einer Mitarbeiterin des Eventmanagers Manfred Schmidt per E-Mail mitgeteilt, dass sich der Ölkonzern Exxon mit 15.000 Euro beteiligen werde. Im Dezember 2009 habe ein Schmidt-Mann notiert, Glaeseker habe mit dem Energiekonzern RWE eine Zahlung von 25.000 Euro vereinbart. Dafür dürfe der Konzern ein Elektroauto und eine Stromzapfsäule in den Eingangsbereich stellen. Glaeseker solle eventuell bei RWE nochmal nachhaken, damit sich ein RWE-Vorstand bei der Party blicken lasse.

Die Anwälte von Wulff hatten laut "Spiegel" hingegen auf Anfrage erklärt: "Finanzierung und Einwerbung von Sponsoren sind durch den Gastgeber und Veranstalter erfolgt." Noch am Donnerstag hatte auch Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) im Landtag betont, es habe keine Beteiligung der Landesregierung an der Party gegeben, die für Schmidt höchst lukrativ gewesen sein soll. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass das nicht stimmte. Möllring erklärte daraufhin, er fühle sich von Glaeseker "beschissen".




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Dokument erstellt am 2012-01-22 14:49:18
Letzte Änderung am 2012-01-22 16:34:21


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Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

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