London/Buenos Aires. Großbritannien schickt eines seiner neuesten und modernsten Kriegsschiffe zu den Falklandinseln. Es sei seit langem geplant gewesen, die "HMS Dauntless" dort zu stationieren, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Es handle sich nicht um eine Reaktion auf die jüngsten Spannungen zwischen Argentinien und dem Vereinigten Königreich wegen der Inselgruppe. Das Schiff soll in den kommenden Wochen aufbrechen und vor Ort ein anderes ersetzen.
Die argentinische Regierung protestierte am Dienstag gegen "den britischen Versuch, einen Konflikt zu militarisieren, in dem die Vereinten Nationen mehrfach zu einer Lösung durch bilaterale Verhandlungen aufgerufen haben".
Die Regierungen sollten der Versuchung widerstehen, in der Wirtschaftskrise mit falschem Patriotismus die Öffentlichkeit von den Sparmaßnahmen und der Arbeitslosigkeit abzulenken, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Buenos Aires
Rund 30 Jahre nach Ausbruch des Falkland-Krieges hatte es in den vergangenen Wochen einen politischen Schlagabtausch über die Inseln gegeben, die zum Königreich gehören, von Argentinien aber für sich beansprucht werden. Argentinien hatte unter anderem versucht, Ölbohrungen der Briten zu stoppen.
Außerdem untersagte Argentinien gemeinsam mit Nachbarländern wie Brasilien und Uruguay Schiffen unter Falkland-Flagge, in die Häfen des Landes einzulaufen. Der britische Premier David Cameron warf Argentinien "Kolonialismus" vor.
Die Royal Navy sei seit vielen Jahren durchgängig im Südatlantik präsent, erklärte ein Sprecher der britischen Marine. Bei dem Schiffsaustausch handle es sich um eine "Routineaktion". Im Falkland-Krieg zwischen Argentinien und dem Königreich 1982 hatten fast 1000 Menschen auf beiden Seiten ihr Leben verloren.