Brüssel/Moskau.

"Es geht um eine in Europa stationierte Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem Nahen Osten, insbesondere dem Iran. Das ist ein altes Projekt", gab De Maiziere die Sichtweise des Westens wieder.
Russland hingegen fühlt sich durch den geplanten Schild bedroht und erneuerte seine Kritik an dem Projekt: "Nach dem heutigen Stand soll das Raketenabwehrsystem ohne Frage das Atomwaffenpotenzial Russlands neutralisieren", sagte Regierungschef Wladimir Putin in einem Dokumentarfilm, den das russische Fernsehen kurz vor Beginn der Münchener Sicherheitskonferenz ausstrahlte. "Ein Radar, das nahe unserer Grenzen installiert wird, und Raketenabwehrsysteme können unser Territorium bis zum Ural abdecken", erklärte Putin.
Das Projekt eines Raketenabwehrschildes beschäftigt die Nato seit zehn Jahren. Der Schild soll Europa, so heißt es, gegen Raketen durch politisch "schwer berechenbare" Staaten schützen. Eine schriftliche, rechtlich bindende Garantie, dass sich das System, das unter anderem in Polen, Rumänien und der Türkei errichtet werden soll, nicht gegen Russland richtet, konnte die Nato Moskau bis heute nicht geben. Russland befürchtet, dass die Nato-Raketen dazu dienen, die Fähigkeit des Landes zu einem nuklearen Zweitschlag auszuschalten. Präsident Medwedew kündigte an, man werde selbst Raketen in Kaliningrad aufstellen.