• Artikel vom 03.02.2012, 17:50 Uhr

Europa

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Deutschland ist bei Nato-Schild dabei


  • Kommandozentrale für Raketenabwehr in Ramstein.

Brüssel/Moskau.



(leg) Der umstrittene Raketenschild der Nato nimmt Gestalt an: Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maiziere erklärte am Rande eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel, dass Deutschland sich vorstellen kann, für den Schild eigene Raketen vom Typ "Patriot" zur Verfügung zu stellen. Deutschland verfügt über 24 Raketen dieses Typs mit Reichweiten von unter 100 Kilometern. Auf dem Treffen wurde auch bestätigt, was kurz zuvor durchgesickert war: Nämlich dass die Kommandozentrale für die Raketenabwehr in Deutschland stationiert sein wird, und zwar auf dem Nato-Stützpunkt in Ramstein. Der Schild soll bis zum Jahr 2020 aufgebaut werden.

Werbung

"Es geht um eine in Europa stationierte Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem Nahen Osten, insbesondere dem Iran. Das ist ein altes Projekt", gab De Maiziere die Sichtweise des Westens wieder.

Russland hingegen fühlt sich durch den geplanten Schild bedroht und erneuerte seine Kritik an dem Projekt: "Nach dem heutigen Stand soll das Raketenabwehrsystem ohne Frage das Atomwaffenpotenzial Russlands neutralisieren", sagte Regierungschef Wladimir Putin in einem Dokumentarfilm, den das russische Fernsehen kurz vor Beginn der Münchener Sicherheitskonferenz ausstrahlte. "Ein Radar, das nahe unserer Grenzen installiert wird, und Raketenabwehrsysteme können unser Territorium bis zum Ural abdecken", erklärte Putin.

Das Projekt eines Raketenabwehrschildes beschäftigt die Nato seit zehn Jahren. Der Schild soll Europa, so heißt es, gegen Raketen durch politisch "schwer berechenbare" Staaten schützen. Eine schriftliche, rechtlich bindende Garantie, dass sich das System, das unter anderem in Polen, Rumänien und der Türkei errichtet werden soll, nicht gegen Russland richtet, konnte die Nato Moskau bis heute nicht geben. Russland befürchtet, dass die Nato-Raketen dazu dienen, die Fähigkeit des Landes zu einem nuklearen Zweitschlag auszuschalten. Präsident Medwedew kündigte an, man werde selbst Raketen in Kaliningrad aufstellen.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-03 17:56:07


Beliebte Inhalte



Hardliner in der Kosovo-Frage: Vojislav Kostunica. - © EPA
  • Nikolic holt sich "echten Radikalen" Ex-Premier Kostunica ins Boot.
  • weiter

Nichts mehr zu sagen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Ex-Minister Norbert Röttgen. - © EPA
  • SPD-Chef plädiert angesichts Querelen in der Union für Neuwahlen.
  • weiter

Dieter Böhmdorfer: "Ich kann als Justizminister nicht die Gesetze aushebeln." - apa/Helmut Fohringer
  • Ex-Minister Böhmdorfer rechtfertigt Immobiliengeschäfte des Justizministeriums.
  • weiter
  • 1
  • Update vor 41 Min.

Nach acht Jahren haben die Serben ihren pro-europäischen Präsidenten Boris Tadic überraschend abgewählt. Nachfolger wird der rechts-konservative Tomislav Nikolic, der zuletzt zur Zeit des Kosovo-Krieges und der Nato-Angriffe auf Belgrad 1999 an der Macht war. - APAweb/Reuters
  • Offizielles Ergebnis veröffentlicht.
  • Wahlsieger Nikolic: "Werden nicht von europäischem Weg abweichen".
  • weiter

Unvollendeter Umsturz: Demonstranten fordern personelle Erneuerung an der Staatsspitze. - © EPA
  • Als Armeesoldat getarnter Selbstmordattentäter zündet Bombe.
  • weiter




Werbung




Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren. Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera.

Schauspieler Antonio Banderas kommt in Vertretung seiner Frau, Melanie Griffith, zur Red Ribbon Celebration Concert am Vorabend des Life Balls im Burgtheater. 21.5.2012: Auch wenn das Wasser kühlt, der Wettkampf bleibt heiß: Der Franzose Hugues Duboscq bei den Schwimm-Europameisterschaften im ungarischen Debrecen.

Werbung