• Artikel vom 08.06.2010, 19:20 Uhr

Europa

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Köhler-Nachfolge: Linke für Jochimsen


  • Kultursprecherin der Linken-Fraktion.
  • Gauck "inhaltlich die falsche Wahl".
  • Berlin. (leg) Nach langen Spekulationen stand es am Dienstagnachmittag fest: Die deutsche Partei "Die Linke" schickt ihre Abgeordnete Lukrezia "Luc" Jochimsen in das Rennen um die Nachfolge von Ex-Bundespräsident Horst Köhler.

Lukrezia Jochimsen. Foto: reu

Lukrezia Jochimsen. Foto: reu Lukrezia Jochimsen. Foto: reu

Die 74-jährige Nürnbergerin war von 1994 bis 2001 Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks und zog 2005 - noch über die Landesliste der thüringischen PDS - in den Bundestag ein. Die Soziologin und Politologin hatte vor ihrer politischen Laufbahn unter anderem auch eine Dozentur für Journalismus an der Universität Wien inne. Die Kür der kulturpolitischen Sprecherin zur Kandidatin erfolgte einstimmig. Zuvor gab es allerdings Spekulationen, die Parteispitze der Linken wolle die Schriftstellerin Daniela Dahn als Präsidentschaftskandidatin nominieren.

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Mit der Kandidatur Jochimsens, deren Chancen gleich null sind, verweigert die Parteispitze der Linken den Schulterschluss mit den anderen Oppositionsparteien: Parteichef Klaus Ernst erklärte, der Kandidat von SPD und Grünen, Joachim Gauck, sei "inhaltlich die falsche Wahl". Der frühere DDR-Bürgerrechtler habe keine Erfahrung in den Bereichen Sozial- und Wirtschaftspolitik. Ernst verwies auch darauf, dass die Linken bei der Gauck-Kandidatur nicht konsultiert worden seien, und bezeichnete das als "Affront". Der thüringische Landesvorsitzende Bodo Ramelow erklärte darüber hinaus, Gauck sei für die Linke nicht wählbar, weil dieser öffentlich gesagt habe, "unsere Partei sei überflüssig, und wer unsere Partei für überflüssig hält, der will ja von dieser Partei auch nicht gewählt werden".

Indessen bekräftigten trotz aller interner Debatten Union und FDP, bei der Präsidentenwahl durch die Bundesversammlung am 30. Juni den gemeinsamen Kandidaten, Niedersachsens CDU-Ministerpräsidenten Christian Wulff, zu unterstützen. Wulffs Kandidatur löste spätestens nach dem Antreten Gaucks in deutschen Medien wenig Begeisterung aus: "Der bessere Präsident", titelte der Spiegel neben einem Gauck-Bild.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2010-06-08 19:20:18
Letzte Änderung am 2010-06-08 19:20:00

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