• Artikel vom 22.02.2012, 18:06 Uhr

Europa

  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Stoiber entdeckt seine politische Verwandtschaft zu Gauck


  • CSU-Ehrenvorsitzender verteidigt Gaucks Kandidatur für das Präsidentenamt.

Seehofer (l.) und Stoiber (r.) beim Aschermittwoch. - © dapd

Seehofer (l.) und Stoiber (r.) beim Aschermittwoch. © dapd

Passau. (klh) Es war eine schwierige Ausgangslage für Horst Seehofer beim politischen Aschermittwoch der CSU: Denn der Partei-Vorsitzende ist nach dem Rücktritt Christian Wulffs deutscher Interims-Präsident - und zu dieser Rolle passt das alljährliche Poltern in Passau, das bei der CSU zur Folklore gehört, nicht so recht. Eine Breitseite konnte sich Seehofer bei seiner Rede aber nicht verkneifen, der Bayer bezeichnete den Finanzausgleich zwischen den Bundesländern als "bescheuertes System".

Werbung

Wegen der Interimstätigkeit von Seehofer hatte die CSU aber ohnehin ihren Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber als Hauptredner engagiert - einen Routinier der deftigen Aschermittwochs-Sprüche. Doch was sich viele erwartet und wohl auch einige Zuhörer in bierseliger Stimmung erhofft hatten, blieb aus: Stoiber gab sich für seine Verhältnisse sehr zurückhaltend. Er verzichtete auf Angriffe auf den politischen Gegner und lobte stattdessen die wiederholte Kandidatur Gaucks für das Präsidentenamt, die von der CSU - im Gegensatz zu früher - diesmal unterstützt wird. "Man kann auch mit dem zweiten Aufschlag ein Ass verwandeln", meinte Stoiber, der auch gleich seine politische Verwandtschaft zu Gauck entdeckte: Dieser sei wie die CSU gegen einen EU-Beitritt der Türkei.

Das Thema Gauck und die Wulff-Affären beherrschten auch die Aschermittwochsreden der anderen Parteien. Kanzlerin Angela Merkel habe solche Leute in Amt und Würden gebracht wie Wulff, "der das Land sich selbst und der CDU zur Beute macht", polterte etwa SPD-Chef Sigmar Gabriel in Vilshofen.

Die Linke bestätigte unterdessen einen Bericht von "Spiegel Online", dass sie mit Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld über eine Präsidentschaftskandidatur verhandle. Die 73-Jährige hat sich jahrzehntelang für eine Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit eingesetzt. 1968 hatte sie Kanzler Kurt Georg Kiesinger geohrfeigt. Damit wollte sie auf dessen frühere NSDAP-Mitgliedschaft hinweisen.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-22 18:11:07


Beliebte Inhalte



Hardliner in der Kosovo-Frage: Vojislav Kostunica. - © EPA
  • Nikolic holt sich "echten Radikalen" Ex-Premier Kostunica ins Boot.
  • weiter

Nichts mehr zu sagen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Ex-Minister Norbert Röttgen. - © EPA
  • SPD-Chef plädiert angesichts Querelen in der Union für Neuwahlen.
  • weiter

Dieter Böhmdorfer: "Ich kann als Justizminister nicht die Gesetze aushebeln." - apa/Helmut Fohringer
  • Ex-Minister Böhmdorfer rechtfertigt Immobiliengeschäfte des Justizministeriums.
  • weiter
  • 1
  • Update vor 45 Min.

Nach acht Jahren haben die Serben ihren pro-europäischen Präsidenten Boris Tadic überraschend abgewählt. Nachfolger wird der rechts-konservative Tomislav Nikolic, der zuletzt zur Zeit des Kosovo-Krieges und der Nato-Angriffe auf Belgrad 1999 an der Macht war. - APAweb/Reuters
  • Offizielles Ergebnis veröffentlicht.
  • Wahlsieger Nikolic: "Werden nicht von europäischem Weg abweichen".
  • weiter

Unvollendeter Umsturz: Demonstranten fordern personelle Erneuerung an der Staatsspitze. - © EPA
  • Als Armeesoldat getarnter Selbstmordattentäter zündet Bombe.
  • weiter




Werbung




Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren. Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera.

Schauspieler Antonio Banderas kommt in Vertretung seiner Frau, Melanie Griffith, zur Red Ribbon Celebration Concert am Vorabend des Life Balls im Burgtheater. 21.5.2012: Auch wenn das Wasser kühlt, der Wettkampf bleibt heiß: Der Franzose Hugues Duboscq bei den Schwimm-Europameisterschaften im ungarischen Debrecen.

Werbung