• Artikel vom 31.05.2010, 06:24 Uhr

Europa

Update: 31.05.2010, 18:47 Uhr
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Aktivisten wollten Hilfsgüter in den Gaza-Streifen bringen

Israels Armee kapert "Solidaritätsflotte"


Von WZ Online
  • Soldaten eröffneten das Feuer.
  • Mindestens zehn Zivilisten tot.
  • Israel: "Politische Provokation".
  • Gaza. Israelische Streitkräfte haben am Montag einen internationalen Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gazastreifen gestürmt und mindestens zehn Aktivisten getötet. Mehrere Dutzend Menschen, darunter einige Soldaten, wurden nach Angaben der Streitkräfte verletzt. Die internationale Gemeinschaft reagierte empört, die Türkei berief ihren Botschafter ab.
  • Hintergrund: Internationales Seerecht zieht Grenzen im Meer

Heftige Proteste gegen Israels Angriff auf die 'Solidaritätsflotte'.

Heftige Proteste gegen Israels Angriff auf die 'Solidaritätsflotte'.Zaatari/AP Heftige Proteste gegen Israels Angriff auf die 'Solidaritätsflotte'.Zaatari/AP

Was genau sich in den frühen Morgenstunden im Mittelmeer abspielte, war unklar. Ein Reporter berichtete von einem der Schiffe, die Israelis hätten schon geschossen, bevor sie an Bord gekommen seien. Die israelischen Streitkräfte wiederum erklärten, die Soldaten seien mit Messern, Eisenstangen und scharfer Munition attackiert worden.

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"Die haben diesen Angriff geplant", sagte ein Militärsprecher. Generalstabschef Gabi Ashkenazi erklärte, gewalttätige Aktivisten hätten die Soldaten zum Schusswaffengebrauch gezwungen. Verteidigungsminister Ehud Barak machte die Organisatoren des Hilfskonvois für die Gewalt verantwortlich. Er sprach von einer "politischen Provokation".

Die Organisation "Free Gaza", die den Konvoi zusammengestellt hatte, nannte das israelische Vorgehen "abscheulich". "Wir sind Zivilisten", sagte Sprecherin Greta Berlin auf Zypern.

Bestseller-Autor Mankell an Bord

Über die Identität der Opfer wurde zunächst nichts bekannt. An Bord der Flottille waren etwa 700 Menschen, darunter europäische Politiker. Zu den Prominenten, die die internationale "Ship to Gaza"-Aktion unterstützen, gehört der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell. Nach Angaben der Organisation "Free Gaza" soll Mankell an Bord des gestürmten türkischen Passagierschiffes "Marmara" gewesen sein.

Die sechs Schiffe, auf denen sich 10.000 Tonnen Hilfsgüter und 700 Aktivisten befanden, wurden von der israelischen Marine ins Schlepptau genommen und in die Hafenstadt Ashdod eskortiert. Hubschrauber brachten die Verwundeten in israelische Krankenhäuser.

Heftige Proteste der Türkei

Türkische Aktivisten hatten an der "Solidaritätsflotte" großen Anteil. In der Türkei war die Empörung über das israelische Vorgehen darum besonders groß. Die türkische Regierung erklärte, Israel habe internationales Recht verletzt und müsse mit Konsequenzen rechnen. Der türkische Botschafter wurde aus Israel abberufen, drei gemeinsame Militärmanöver mit Israel wurden abgesagt. In Istanbul zogen etwa zehntausend Türken vom israelischen Konsulat zum Stadtzentrum. Die Polizei verhinderte die Erstürmung des Konsulats.

In einer Erklärung des türkischen Außenministeriums hieß es, der Schaden für die Beziehungen der beiden Staaten sei nicht wiedergutzumachen. "Israel hat auf unschuldige Zivilisten gezielt." Israel warnte seine Bürger vor Reisen in die Türkei. Israelis, die sich bereits dort aufhielten, sollten sich bedeckt halten und größere Menschenansammlungen in den Innenstädten meiden.



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Dokument erstellt am 2010-05-31 06:24:00
Letzte Änderung am 2010-05-31 18:47:00

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