Klagenfurt.

Entsprechend lang fiel die Begrüßung durch den Hausherrn, den Zweiten Landtagspräsidenten Rudolf Schober (SPÖ) aus. Für die Volksgruppe trat Bernard Sadovnik, Obmann der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen, ans Rednerpult. Er sprach, wie auch alle anderen Redner, allen Verhandlungspartnern ausführlich seinen Dank aus. Sadovnik sieht ein "Zeichen für eine gemeinsame Zukunft" der Volksgruppen in Kärnten. Die Mehrsprachigkeit sei ein "Mehrwert für das Land". Mit dem Anbringen der neuen zweisprachigen Ortstafeln wachse Europa um ein Stück und werde "nachhaltig erlebbar". Die "überwältigende Mehrheit der Kärntner beider Landessprachen" würde die Konsenslösung "eindrucksvoll unterstützen". Sorge äußerte Sadovnik allerdings darüber, dass in Südkärntner Familien "leider immer weniger Slowenisch gesprochen wird".
Pahor unterstrich die Bedeutung der Beziehungen zwischen Slowenien und Österreich und Kärnten im Besonderen. Daher habe der erste Auslandsbesuch des Republikspräsidenten vor 21 Jahren auch nach Klagenfurt geführt. Man sei sich nach der Staatsgründung der historischen Belastungen bewusst gewesen, aber ebenso der Chancen für eine gemeinsame Zukunft. Pahor: "Wir haben uns damals für die Zukunft entschieden und für die Zukunft entscheiden wir uns auch heute." Österreich und Slowenien seien gute Nachbarn, treue Freunde und Verbündete, so Pahor. Zur Ortstafellösung merkte er an, die Erfüllung des Artikel sieben des Staatsvertrags sei für Slowenien ein wichtiges Signal, er werde dadurch nicht obsolet, aber Österreich gehe in die richtige Richtung.
"Die österreichische Tradition, bei Konflikten aufeinander zuzugehen, macht mich stolz", sagte Faymann. Die Karawankengrenze spiegle die Geschichte Europas wider - und hier gebe es jetzt ein Zeichen der Gemeinsamkeit und des friedlichen Zusammenlebens - statt Rechthaberei. Die Stärke der Europäischen Union und der Geist, mit dem man an Unterschiedlichkeiten herangehe, sei der Geist der hier in Kärnten für die Lösung gelebt worden sei, so Faymann. Die Basis dafür sei, dass "alle Menschen gleich" sind. Er sei stolz auf die Vielfalt in Österreich, und Mehrsprachigkeit sei ein Zeichen für Vielfalt.
Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP), er vertrat seinen Parteichef Michael Spindelegger, sprach von einem "Durchbruch für Österreich und Kärnten". Es gehöre politisch mehr Mut dazu, Menschen zueinander als gegeneinander in Stellung zu bringen. Die Lösung habe keinen Einfluss auf die Rechte anderer autochthoner Minderheiten in Österreich, meinte der Burgenland-Kroate, der es sich nicht nehmen ließ, auch kurz auf Kroatisch zur Lösung zu gratulieren.
Ostermayer hob in seiner Ansprache hervor, dass an einer Lösung ob der Erfahrungen der Vergangenheit "gezweifelt" worden sei. Nun sei die "Mission erfüllt" - es gebe "die beste Lösung die je zustande kam". Die Rechtsstaatlichkeit habe gesiegt. "Es ist ein Moment, wo man Dank sagen darf." Dörfler habe "Handschlagqualität" bewiesen, alle Verhandlungspartner hätten sich um eine Lösung bemüht, auch die maßgeblichen Politiker Sloweniens, mit denen man in Kontakt gestanden sei, hätten das Ihre beigetragen.
"Wir haben den Durchbruch zum Aufbruch geschafft", betonte Dörfler. Eine Straße zur Zukunft mit gutem Unterbau sei geschaffen worden. Das Miteinander der Volksgruppen funktioniere seit Jahren besser, als außerhalb Kärntens oft angenommen werde. Dörfler hob erneut hervor, dass Ostermayer "Kärnten verstanden" habe. Er dankte auch "meinem Parteichef Uwe Scheuch", für das Mitgehen der FPK bei der Lösung, die er so umschrieb: "Keiner bekommt alles, alle bekommen vieles."
Zwischen den Ansprachen wurde natürlich gesungen, und zwar sowohl in deutscher als auch in slowenischer Sprache. Zum Abschluss erhielt Ostermayer von Dörfler den Kärntner Landesorden in Gold. Danach zogen sich Faymann und Pahor zu einem Mittagessen zurück, bevor sie zur feierlichen Aufstellung der zweisprachigen Ortstafeln nach Bad Eisenkappel/Zelezna Kapla aufbrachen.