• Artikel vom 27.08.2011, 12:27 Uhr

Österreich

Update: 22.09.2011, 20:21 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Mensdorff-Pouilly dürfte bis zu 3,7 Millionen Euro Provision erhalten haben

Breite Forderung nach U-Ausschuss in Telekom-Affäre


  • Auch Motorola zahlte.

Alfons Mensdorff-Pouilly hat für seine Beratertätigkeit laut "profil" auch von Motorola Provisionszahlungen erhalten.

Alfons Mensdorff-Pouilly hat für seine Beratertätigkeit laut "profil" auch von Motorola Provisionszahlungen erhalten.APAweb / Herbert Pfarrhofer Alfons Mensdorff-Pouilly hat für seine Beratertätigkeit laut "profil" auch von Motorola Provisionszahlungen erhalten.APAweb / Herbert Pfarrhofer

Wien. Die Korruptions-Affäre rund um die Telekom Austria steuert auf das Hohe Haus zu. Die jüngsten Entwicklungen veranlassten SPÖ, FPÖ, Grüne und BZÖ am Samstag dazu, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu fordern. Die ÖVP, bei der einige (frühere) Mitglieder in Verdacht stehen, in die Causa verwickelt zu sein, will erst einmal abwarten, fordert aber ebenfalls "volle Aufklärung". Indes verdichteten sich Hinweise darauf, dass Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly für seine Dienste rund um die Auftragsvergabe des Blaulichtfunknetzes Tetron 2004 bis zu 3,7 Mio. Euro kassiert haben könnte.

Werbung

U-Ausschuss ist für SPÖ unausweichlich
Der Kärntner SPÖ-Obmann Peter Kaiser meldete sich am Samstag als erster mit dem Wunsch nach einem "umgehenden" U-Ausschuss zu Wort. "Eine umfassende und sofortige Aufklärung der politischen Verantwortlichkeiten ist für mich unerlässlich." SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter unterstrich diesen Wunsch, will aber erst die Ermittlungen der Justiz abwarten, um diese nicht zu behindern. Fest steht in der SPÖ aber offenbar, dass ein U-Ausschuss unausweichlich sei. "Ich bin geradezu überzeugt, dass er kommen wird müssen", so Kräuter.

Auch die Opposition äußerte sich einem U-Ausschuss gegenüber geschlossen positiv. Die politische Verantwortung schwarzer, oranger und roter Politiker müsse umfassend aufgeklärt werden, forderte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, der "starke Indizien und Verdachtsmomente hinsichtlich einer ÖVP-BZÖ-SPÖ-Parteienfinanzierung" sieht. Der grüne Abgeordnete Peter Pilz schoss sich hingegen auf angebliche Interventionen des Kabinettschefs im Innenministerium, Michael Kloibmüller, bei der Telekom ein und kündigte einen Antrag seiner Partei auf einen U-Ausschuss an. Und auch BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner plädierte für die sofortige Einsetzung eines solchen Instrumentariums zur Aufklärung: "Wir unterstützen das voll und ganz."

ÖVP will "volle Aufklärung"
Keine konkrete Ansage zu einem U-Ausschuss gab es hingegen aus der ÖVP. Wie die SPÖ will man zwar auch dort die Justiz in Ruhe arbeiten lassen. "Dann wird man sehen was an politischer Verantwortung übrig bleibt", hieß es auf Anfrage der APA. Ein Ja oder Nein zu einem Ausschuss gab es am Samstag aus der Parteizentrale aber vorerst nicht. Allerdings sprach man sich erneut für "volle Aufklärung" aus, alles müsse auf den Tisch.




Schlagwörter

Telekom

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-08-27 12:27:32
Letzte Änderung am 2011-09-22 20:21:34



Werbung



Beliebte Inhalte



Hardliner in der Kosovo-Frage: Vojislav Kostunica. - © EPA
  • Nikolic holt sich "echten Radikalen" Ex-Premier Kostunica ins Boot.
  • weiter

Nichts mehr zu sagen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Ex-Minister Norbert Röttgen. - © EPA
  • SPD-Chef plädiert angesichts Querelen in der Union für Neuwahlen.
  • weiter

Dieter Böhmdorfer: "Ich kann als Justizminister nicht die Gesetze aushebeln." - apa/Helmut Fohringer
  • Ex-Minister Böhmdorfer rechtfertigt Immobiliengeschäfte des Justizministeriums.
  • weiter
  • 1
  • Update vor 57 Min.

Nach acht Jahren haben die Serben ihren pro-europäischen Präsidenten Boris Tadic überraschend abgewählt. Nachfolger wird der rechts-konservative Tomislav Nikolic, der zuletzt zur Zeit des Kosovo-Krieges und der Nato-Angriffe auf Belgrad 1999 an der Macht war. - APAweb/Reuters
  • Offizielles Ergebnis veröffentlicht.
  • Wahlsieger Nikolic: "Werden nicht von europäischem Weg abweichen".
  • weiter

Unvollendeter Umsturz: Demonstranten fordern personelle Erneuerung an der Staatsspitze. - © EPA
  • Als Armeesoldat getarnter Selbstmordattentäter zündet Bombe.
  • weiter





Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren. Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera.

Schauspieler Antonio Banderas kommt in Vertretung seiner Frau, Melanie Griffith, zur Red Ribbon Celebration Concert am Vorabend des Life Balls im Burgtheater. 21.5.2012: Auch wenn das Wasser kühlt, der Wettkampf bleibt heiß: Der Franzose Hugues Duboscq bei den Schwimm-Europameisterschaften im ungarischen Debrecen.

Werbung