• Artikel vom 28.01.2012, 10:15 Uhr

Österreich

Update: 28.01.2012, 13:41 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (6)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Polizei meldet 20 Festnahmen bei Protestaktionen

Burschenschafter-Ball mit Nachspiel


  • Kritik am Vorgehen der Einsatzkräfte bei Demonstrationen.
  • Wissenschaftsminister Töchterle distanziert sich vom "Akademischen Ehrenkomitee".

Der Burschenschafter-Ball sorgt auch nach der Veranstaltung für Aufregung. Hier im Bild: FPÖ-Chef Heinz Christian Strache (links) sowie der dritte NR-Präsident Martin Graf.

Der Burschenschafter-Ball sorgt auch nach der Veranstaltung für Aufregung. Hier im Bild: FPÖ-Chef Heinz Christian Strache (links) sowie der dritte NR-Präsident Martin Graf.APAweb/Fayer Der Burschenschafter-Ball sorgt auch nach der Veranstaltung für Aufregung. Hier im Bild: FPÖ-Chef Heinz Christian Strache (links) sowie der dritte NR-Präsident Martin Graf.APAweb/Fayer

Wien. Tausende Demonstranten, 20 Festnahmen und ein Wissenschaftsminister in Erklärungsnöten - das ist die vorläufige Bilanz des umstrittenen Balls des Wiener Korporationsringes. Der am 67. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durchgeführte Ball, zu dem Burschenschafter sowie prominente Personen aus dem rechten Lager Europas anreisten, hatte bereits im Vorfeld für viel Kritik gesorgt.

Werbung

Bei Demonstrationen gegen den Ball des Wiener Korporationsringes nahmen laut Polizeiangaben 2.500 Demonstranten teil, die Veranstalter sprachen in Aussendungen von bis zu 10.000 Protestierenden. 20 Personen wurden bei den Protestaktionen festgenommen, insgesamt neun Menschen wurden verletzt.   Die Festnahmen seien wegen versuchter Brandstiftung sowie Sachbeschädigung erfolgt. Auch ein Sprengsatz sei sichergestellt worden.

Nach Abschluss der Einsätze hagelte es allerdings Kritik an den Einsatzkräften. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) kritisierte den Umgang mit den Demonstranten generell: "Die Polizei schlägt sich eindeutig auf die Seite der Burschenschafter. Dass ein erleichterter Zugang zur Hofburg wichtiger gewertet wird als ein legitimer Protest, ist empörend." SOS Mitmensch berichtete in einer Aussendung davon, dass Aktivistinnen von einem Ballbesucher mit Pfefferspray attackiert worden seien. SOS Mitmensch zeigte sich über "das Nichteinschreiten" der Polizei "befremdet".

Strache eröffnete "wundervolles Fest"
FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache konnte den Burschenschafterball unbehelligt erreichen, er hielt später die Eröffnungsrede. Die Demo löste sich am späteren Abend auf. "Wir haben heute ein wundervolles kulturelles Fest, das wir uns nicht nehmen lassen", meinte dieser im Hinblick auf die Demonstrationen gegen die Veranstaltung und betonte: "Wir sind anständige Demokraten." Organisator Udo Guggenbichler begrüßte in seiner Rede mehr als 3.000 Ballgäste und meinte: "Wir werden auch in Zukunft Bälle veranstalten, ob es anderen gefällt oder nicht."

Die "Diffamierung" der Ballgäste und -veranstalter im Vorfeld habe nahezu alles überboten was bisher dagewesen sei, meinte Strache. Darum sei der diesjährige Besuch auch so wichtig. Die Gegner des Balles nannte der FPÖ-Chef "antidemokratische Gewalttäter", von solchen "undemokratischen Mechanismen" solle man sich nun aber nicht ablenken lassen. Der Ball sei "zum Symbol geworden "für Demokratie und Meinungsfreiheit", die Burschenschafter würden auch in Zukunft "unbeirrbar unsere Feiern abhalten".



6 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-01-28 10:36:16
Letzte Änderung am 2012-01-28 13:41:39



Werbung



Beliebte Inhalte



Hardliner in der Kosovo-Frage: Vojislav Kostunica. - © EPA
  • Nikolic holt sich "echten Radikalen" Ex-Premier Kostunica ins Boot.
  • weiter

Dieter Böhmdorfer: "Ich kann als Justizminister nicht die Gesetze aushebeln." - apa/Helmut Fohringer
  • Ex-Minister Böhmdorfer rechtfertigt Immobiliengeschäfte des Justizministeriums.
  • weiter

Nichts mehr zu sagen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Ex-Minister Norbert Röttgen. - © EPA
  • SPD-Chef plädiert angesichts Querelen in der Union für Neuwahlen.
  • weiter

Nach acht Jahren haben die Serben ihren pro-europäischen Präsidenten Boris Tadic überraschend abgewählt. Nachfolger wird der rechts-konservative Tomislav Nikolic, der zuletzt zur Zeit des Kosovo-Krieges und der Nato-Angriffe auf Belgrad 1999 an der Macht war. - APAweb/Reuters
  • Offizielles Ergebnis veröffentlicht.
  • Wahlsieger Nikolic: "Werden nicht von europäischem Weg abweichen".
  • weiter

Unvollendeter Umsturz: Demonstranten fordern personelle Erneuerung an der Staatsspitze. - © EPA
  • Als Armeesoldat getarnter Selbstmordattentäter zündet Bombe.
  • weiter





Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren. Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera.

Schauspieler Antonio Banderas kommt in Vertretung seiner Frau, Melanie Griffith, zur Red Ribbon Celebration Concert am Vorabend des Life Balls im Burgtheater. 21.5.2012: Auch wenn das Wasser kühlt, der Wettkampf bleibt heiß: Der Franzose Hugues Duboscq bei den Schwimm-Europameisterschaften im ungarischen Debrecen.

Werbung