• Artikel vom 08.02.2012, 18:09 Uhr

Österreich

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Kritik an FPÖ-Besuch bei Kadyrow


  • Außenministerium: "Außenpolitik der FPÖ ist ohne jegliche Relevanz."

Wien. Eine Delegation der FPÖ hat den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow in der Hauptstadt Grosny getroffen - angeblich, um über die Rückführung tschetschenischer Flüchtlinge zu sprechen. Der grüne Abgeordnete Peter Pilz zeigte sich am Mittwoch empört über die Reise und sprach von einem "FPÖ-Geheimtreffen mit Umar Israilovs Mördern". Offenbar wolle die FPÖ dem Regime helfen, tschetschenische Flüchtlinge an den Diktator in Grosny auszuliefern, so Pilz, der eine sofortige Einberufung des außenpolitischen Ausschusses zur Klärung forderte.

Werbung

Auch das Außenamt sieht die Reise skeptisch, wie es am Mittwoch aus dem Büro von Staatssekretär Wolfgang Waldner hieß. Seitens des Außenministeriums wurde angemerkt, dass "die FPÖ-Außenpolitik absurd" sei und "ohne jegliche außenpolitische Relevanz". Zudem wurde betont, dass das Außenamt nicht über die Reise informiert war und die FPÖ-Abgeordneten "nicht in Vertretung der Republik" reisen.

"Ruhe und Frieden"
"Es ging darum, uns vor Ort ein Bild zu machen über die Lage in Tschetschenien, die Situation der dortigen Bevölkerung und die Einhaltung der Menschenrechte", berichtete schließlich der Delegationsleiter und stellvertretende FPÖ-Chef Johann Gudenus in einer Aussendung. Laut außenpolitischem Sprecher der FPÖ, Johannes Hübner, herrsche "Ruhe und Frieden" in Tschetschenien. Er sieht die Voraussetzungen für eine Rückführung der Flüchtlinge in ihre Heimat gegeben.

Doch Menschenrechtsorganisationen haben unterdessen wiederholt schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Grosny erhoben. Laut österreichischem Verfassungsschutz unterhält Kadyrow "zur Einschüchterung geflüchteter Opfer in Österreich ein Netz von 300 berüchtigten Agenten, deren Anführer Wolfgang F. (alias Suliman E.) (...) ausgewiesen worden ist".

Am 13. Jänner 2009 war der aus seiner tschetschenischen Heimat geflüchtete Asylwerber Umar Israilov auf offener Straße in Wien-Floridsdorf erschossen worden. Der Staatsanwaltschaft Wien zufolge handelte es sich dabei vermutlich um eine von Kadyrow in Auftrag gegebene Tat. Der 27-jährige Israilov hatte gegen Kadyrow ein Verfahren wegen Folter-Vorwürfen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte betrieben.

Erst 2011 war FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in Moskau, wo er von "freundschaftlichen Kontakten zur (Regierungs-)
Partei Einiges Russland" sprach. Die russische Führung steht hinter der harten Linie Kadyrows in Tschetschenien.




Schlagwörter

Gudenus, Kadyrow, Delegation

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-08 18:14:02



Werbung



Beliebte Inhalte



Hardliner in der Kosovo-Frage: Vojislav Kostunica. - © EPA
  • Nikolic holt sich "echten Radikalen" Ex-Premier Kostunica ins Boot.
  • weiter

Dieter Böhmdorfer: "Ich kann als Justizminister nicht die Gesetze aushebeln." - apa/Helmut Fohringer
  • Ex-Minister Böhmdorfer rechtfertigt Immobiliengeschäfte des Justizministeriums.
  • weiter

Nichts mehr zu sagen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Ex-Minister Norbert Röttgen. - © EPA
  • SPD-Chef plädiert angesichts Querelen in der Union für Neuwahlen.
  • weiter

Nach acht Jahren haben die Serben ihren pro-europäischen Präsidenten Boris Tadic überraschend abgewählt. Nachfolger wird der rechts-konservative Tomislav Nikolic, der zuletzt zur Zeit des Kosovo-Krieges und der Nato-Angriffe auf Belgrad 1999 an der Macht war. - APAweb/Reuters
  • Offizielles Ergebnis veröffentlicht.
  • Wahlsieger Nikolic: "Werden nicht von europäischem Weg abweichen".
  • weiter

Unvollendeter Umsturz: Demonstranten fordern personelle Erneuerung an der Staatsspitze. - © EPA
  • Als Armeesoldat getarnter Selbstmordattentäter zündet Bombe.
  • weiter





Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren. Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera.

Schauspieler Antonio Banderas kommt in Vertretung seiner Frau, Melanie Griffith, zur Red Ribbon Celebration Concert am Vorabend des Life Balls im Burgtheater. 21.5.2012: Auch wenn das Wasser kühlt, der Wettkampf bleibt heiß: Der Franzose Hugues Duboscq bei den Schwimm-Europameisterschaften im ungarischen Debrecen.

Werbung