• Artikel vom 29.09.2011, 18:20 Uhr

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Update: 29.09.2011, 19:43 Uhr
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Mit dem Unternehmer Huang Ming geht erstmals einer der Alternativen Nobelpreise ins Reich der Mitte

Ehrung für Chinas Sonnenkönig


  • Solar-Pionier Huang treibt die Energiewende voran.
  • Auch Preise für Bauern-Helfer und US-Hebamme.

Stockholm.

Dezhou wurde unter Mitwirkung von Huang zu Chinas Solarenergie-Modellstadt.

Dezhou wurde unter Mitwirkung von Huang zu Chinas Solarenergie-Modellstadt.© EPA Dezhou wurde unter Mitwirkung von Huang zu Chinas Solarenergie-Modellstadt.© EPA

(leg/apa) Dezhou im Nordosten Chinas ist eine Modellstadt: Fast alle Dächer sind mit Fotovoltaikmodulen und Sonnenkollektoren für die Warmwasseraufbereitung ausgerüstet, 6000 solarbetriebene Laternen säumen die Straßen der 5-Millionen-Stadt. In der rund 300 Kilometer von Peking entfernten Metropole entsteht ein "Solar Valley" mit Labors, Fabriken, Universitäten und einem Kongresszentrum. Dort soll über Solarenergie als Alternative zu Atomkraft und fossilen Brennstoffen geforscht werden.

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Im Reich der Mitte, dem weltgrößten Emittenten von CO2, kommt solchen Projekten eine überragende Bedeutung zu. Der Mann, der sie umsetzt, trägt in China längst den Titel Sonnenkönig: Huang Ming, als ehemaliger Erdölingenieur eine Art "Solar-Konvertit", verkauft mit seiner Firma "Himin Solar" jährlich etwa 300 Millionen Quadratmeter Sonnenkollektoren - so viel wie die gesamte EU im selben Zeitraum produziert. Nun erfährt seine Arbeit, die ihn zu einem der 400 reichsten Chinesen werden ließ, auch in Europa Anerkennung: Am Donnerstag wurde bekanntgegeben, dass Huang den Ehrenpreis des diesjährigen Right Livelihood Awards bekommt, einen der sogenannten Alternativen Nobelpreise. Es ist das erste Mal in dessen über 30-jähriger Geschichte, dass die Auszeichnung nach China geht. Die Jury charakterisierte Huang als "visionären, engagierten Unternehmer, der die Entwicklung der Solarthermie vorantreibt".

Seit 1980 vergeben

Ina Gaskin, Jacqueline Moudeina und Huang Ming werden die Preise am 5. Dezember entgegennehmen. Fotos:epa

Ina Gaskin, Jacqueline Moudeina und Huang Ming werden die Preise am 5. Dezember entgegennehmen. Fotos:epa Ina Gaskin, Jacqueline Moudeina und Huang Ming werden die Preise am 5. Dezember entgegennehmen. Fotos:epa

Die drei weiteren Alternativ-Nobelpreise gehen an die internationale Anti-Land-Grabbing-Organisation Grain, die tschadische Menschenrechtlerin Jacqueline Moudeina sowie an die Hebamme Ina May Gaskin. Die US-Bürgerin, die 1971 ein Geburtshilfezentrum gründete, in dem bis heute authentische Geburtshilfe gelehrt und praktiziert wird, gilt als "berühmteste Hebamme der Welt" und als Vorreiterin alternativer Geburtsmethoden.

Die Awards wurden 1980 vom deutsch-schwedischen Publizisten Jakob von Uexküll (67) ins Leben gerufen. Mit dem Alternativpreis, den er anfangs mit seiner wertvollen Briefmarkensammlung finanzierte, will Uexküll "jene ehren und unterstützen, die praktische und beispielhafte Antworten zu den dringendsten Herausforderungen unserer Zeit finden und erfolgreich umsetzen".

Das Preisgeld von insgesamt 150.000 Euro geht diesmal an Grain, Moudeina und Gaskin. Huang erhält für den Ehrenpreis, der wie alle andere Awards am 5. Dezember im schwedischen Reichstag verliehen wird, kein Geld. Right-Livelihood-Geschäftsführer Ole von Uexküll, der Neffe des Gründers, betonte den idealistischen Einsatz von Hunag: Der 53-Jährige, der als Abgeordneter des Volkskongresses auch maßgeblich an einem viel beachteten Gesetz über erneuerbare Energien beteiligt war, arbeite "nicht nur für die eigene Tasche, sondern er macht das für die Sache".

Eine Premiere war auch die Auszeichnung für die Anwältin Moudeina, mit der der Alternativ-Preis erstmals in den Tschad ging. Die Menschenrechtlerin hatte unter anderem versucht, Ex-Diktator Hissène Habré vor ein internationales Gericht zu bringen. Die Organisation Grain wiederum unterstützt seit Jahrzehnten Kleinbauern in ihrem Kampf für Bio-Vielfalt in der Landwirtschaft und gegen die Macht großer Konzerne. In den letzten Jahren kritisierte und dokumentierte Grain immer öfter das sogenannte "Land Grabbing". Dabei eignen sich ausländische Investoren in armen Ländern großen Mengen an Ackerland über rechtlich fragwürdige Massenverkäufe oder Leasing-Verträge an.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-09-29 18:26:14
Letzte Änderung am 2011-09-29 19:43:46


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Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

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