• Artikel vom 09.07.2010, 11:47 Uhr

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Update: 09.07.2010, 13:58 Uhr
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Agentenaustausch in Wien vollzogen


Von WZ Online
  • Maschinen in Schwechat gelandet.
  • Zehn russische Spione gegen Doppelagenten ausgetauscht.
  • Heimische Behörden wissen offiziell von nichts
  • In Wien ist offenbar der Agentenaustausch zwischen den USA und Russland vollzogen worden. Gegen 11.15 Uhr landeten eine russische und eine amerikanische Maschine Flughafen Schwechat. Sie dürften die Spione an Bord gehabt haben, welche die beiden Seiten austauschen wollen.

Die beiden Flugzeuge sind in Schwechat gelandet. Der Agentenaustausch zwischen Moskau und Washington soll in Wien erfolgen.

Die beiden Flugzeuge sind in Schwechat gelandet. Der Agentenaustausch zwischen Moskau und Washington soll in Wien erfolgen.Zak/AP Die beiden Flugzeuge sind in Schwechat gelandet. Der Agentenaustausch zwischen Moskau und Washington soll in Wien erfolgen.Zak/AP

Die eigentliche Austauschaktion dauerte etwa eineinviertel Stunden. Gelandet waren die beiden Flugzeuge gegen 11.15 Uhr. Gegen 12.30 Uhr startete die Maschine des russischen Katastrophenschutzes wieder mit mutmaßlichem Ziel Moskau, eine Viertelstunde später auch jenes aus den USA in Richtung Westen. Ob tatsächlich Geheimagenten an Bord waren und umstiegen, dafür gab es keine offizielle Bestätigung.

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Schwarzer Van

Den Anfang machte demnach eine kleine russische Militärmaschine, kurz darauf parkte ein US-amerikanisches Charterflugzeug der Vision Airlines auf einem Terminal des noch in Bau befindlichen Skylink. Wie die Augenzeugen berichteten, wurden Personen aus dem Flugzeug geschleust, um danach sofort mit einem schwarzen Van zu der jeweils anderen Maschine gebracht zu werden.

Im Zuge des Agentenaustausches sollen zehn jüngst in den USA festgenommene russische Spione gegen den russischen Atomwissenschaftler Igor Sutjagin und drei russische Doppelagenten getauscht werden. Sutjagin soll unbestätigten Meldungen zufolge am gestrigen Donnerstag in Wien angekommen sein.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wittert eine mögliche Zwangsexilierung des Nuklearexperten Igor Sutjagin, der als CIA-Agent wegen Hochverrats in Russland inhaftiert worden war. Ein Deal für eine Freilassung, der Sutjagin verpflichte, Russland gegen seinen Willen zu verlassen, stelle eine "völkerrechtswidrige Zwangsexilierung" dar, erklärte Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International in Österreich, am Freitag in einer Aussendung.

"Nicht unsere Geschichte"

Die heimischen Behörden wissen von den Vorgängen nach offiziellen Angaben nichts. "Das ist nicht unsere Geschichte. Daher kann ich weder bestätigen noch dementieren", sagte der Sprecher des Innenministeriums, Rudolf Gollia, am Freitag in der Früh. Schon in Sachen Sutjagin hatte es am Donnerstag geheißen: "Wir können das weder bestätigen noch dementieren, weil wir es nicht wissen." Gollias Pendant vom Außenamt, Peter Launsky-Tieffenthal, stimmte darin ein - ohne den letzten Teil der Aussage, wie er sagte.

Der Leiter des Österreichischen Zentrums für Geheimdienst, Propaganda und Sicherheitsstudien, Siegfried Beer, geht davon aus, dass die österreichischen Behörden informiert sind, wie der dem "Kurier" (Freitag-Ausgabe) sagte: "Der Mann wird in der Regel von zwei Geheimdienstmitarbeitern im Flugzeug begleitet. Dann wird er von britischen oder US-Sicherheitsleuten 'übernommen' und in die britische oder amerikanische Botschaft gebracht. Oder er bleibt auf dem Airport, und es geht gleich weiter. Jedenfalls sind bei solchen Aktionen die österreichischen Geheimdienste informiert oder sogar beteiligt."

Es wäre der größte Agentenaustausch zwischen Moskau und Washington seit dem Ende des Kalten Krieges. Der russische Spionagering war Ende Juni in den USA aufgedeckt worden; die Affäre hatte die Beziehungen zwischen den beiden Staaten erheblich belastet. Beide Seiten arbeiteten danach an einer schnellen Lösung, um langwierige Gerichtsverfahren mit möglicherweise unangenehmen Enthüllungen zu vermeiden. So hatten sich die zehn russischen Spione am Donnerstag vor einem Bundesgericht in New York der Verschwörung schuldig bekannt. Sie wurden verurteilt, und ihre Abschiebung wurde verfügt; sie flogen ab. Die Zehn waren in der vergangenen Woche in einer spektakulären Aktion festgenommen worden. In Moskau wiederum begnadigte der russische Präsident Dmitri Medwedew nach Angaben des Kremls die vier verurteilten Doppelagenten, um den Agentenaustausch zu ermöglichen. (APA)



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2010-07-09 11:47:00
Letzte Änderung am 2010-07-09 13:58:00

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