Peking. Nach einer Reihe gewaltsamer Zwischenfälle in Tibet hat die chinesische Führung die Kontrolle der buddhistischen Klöster in der Region verschärft. Die Sicherheitskräfte müssten verstärkt gegen die "Separatisten" aus der "Clique" des exilierten Dalai Lama vorgehen, erklärte der KP-Sekretär von Lhasa, Qi Zhala, in einer Ansprache vor Sicherheitskräften. China macht tibetische Mönche für die Gewalt verantwortlich.
Menschenrechtsaktivisten werfen der chinesischen Polizei vor, in der vergangenen Woche in tibetischen Siedlungsgebieten der Provinz Sichuan bei drei Vorfällen auf Demonstranten geschossen zu haben. Dabei soll es Dutzende von Verletzten gegeben haben. Die Führung in Peking räumte den Tod von zwei Tibetern ein, von denen einer von der Polizei erschossen worden sei.
Die Pekinger Presse beschuldigte westliche Regierungen, eine antichinesische Kampagne zu inszenieren und Zwischenfälle von geringer Bedeutung zu Unruhen aufzubauschen. Die US-Regierung hatte sich sehr beunruhigt über jüngste Ausschreitungen in tibetischen Siedlungsgebieten geäußert und Peking vorgeworfen, mit einer kontraproduktiven Politik Spannungen zu schaffen und die religiöse, kulturelle und sprachliche Identität des tibetischen Volkes zu gefährden.
Auch in die mehrheitlich von muslimischen Uiguren bewohnte Westregion Xinjiang wollen die Behörden 8000 zusätzliche Beamte entsenden. Die Personalaufstockung soll nach Angaben aus Peking vor allem der Bekämpfung von "religiösem Extremismus" dienen. Künftig soll jedes Dorf mindestens über eine Patrouille verfügen.
Die turksprachigen Uiguren und andere ethnische Minderheiten in Xinjiang klagen über soziale Diskriminierung und eine zunehmende Verdrängung durch die Han-Chinesen, die in China die Bevölkerungsmehrheit stellen.
Xinjiang, das Chinas Raketenabschussbasen beherbergt, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von Unruhen erschüttert. Im Juli 2008 war es zu schweren Zusammenstößen in der Hauptstadt Urumqi gekommen, bei denen innerhalb weniger Tage 200 Menschen getötet wurden.
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