Rom/Bonn. (apa/leg) Vor zwei Jahren geriet die katholische Kirche durch den Skandal um sexuellen Missbrauch ihrer Kleriker schwer unter Druck. Am gestrigen Donnerstag ist in Rom ein Kongress zu Ende gegangen, der sich diesem Thema gewidmet hatte. An der hochrangig besetzten Konferenz nahmen seit Montagabend rund 220 Vertreter von 110 Bischofskonferenzen und 34 Ordensgemeinschaften aus aller Welt teil. Es war der erste Kongress zum Thema sexueller Missbrauch in der Kirche. Der Papst hatte zu Beginn der Tagung gemahnt, die Sorge um die Opfer von Missbrauch zu einem Hauptanliegen der Kirche zu machen.
Aus Österreich war St. Pöltens Bischof Klaus Küng nach Rom gereist. "Man spürte den entschlossenen Willen, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen sowie durch umfassende Prävention und rasche Reaktion auf Vorfälle eine echte Verbesserung zu erreichen", sagte der Diözesanbischof. Die in Österreich ergriffenen Maßnahmen seien richtig gewesen. In Österreich wurde 2010, nach Bekanntwerden der ersten Missbrauchsfälle, eine Kommission gegründet. Seitdem haben sich mehr als 1000 Betroffene bei der Opferanwaltschaft gemeldet, 6,4 Millionen Euro an Entschädigungen wurden bisher ausbezahlt.
Im Zuge der Sitzung wurde kirchliche Selbstkritik laut: Charles Scicluna, der Vatikan-Beauftragte für Missbrauchsfälle, wandte sich schroff gegen deren Vertuschung: Wer solche Fälle nicht melde, sei ein "Feind der Gerechtigkeit und damit der Kirche". Immer noch gebe es eine "gewisse Kultur des Schweigens, der Omerta". Der Münchener Bischof Reinhard Marx kritisierte, dass in der Vergangenheit der Schutz der Institution Kirche eher als die Leiden der Opfer im Vordergrund gestanden sei. Wichtig bei Missbrauchsfällen sei auch eine enge Zusammenarbeit von Kirche und Staat: Die staatliche Gesetzgebung dürfe nicht als Einmischung in innerkirchliche Angelegenheiten verstanden werden, meinte Marx.
Das US-Justizministerium würde erneut Opfer eines Hacker-Angriffs.Screenshot justice.gov Das US-Justizministerium würde erneut Opfer eines...weiter