• Artikel vom 10.02.2012, 08:03 Uhr

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Update: 10.02.2012, 11:42 Uhr
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Mehr als 80 Tote

Blutvergießen in Syrien geht weiter


  • Armeeattacken und Raketenregen.
  • Explosionen in Aleppo.

Syrien kommt nicht zur Ruhe: Zerbombtes Haus in Baba Amr (Prozins Homs).

Syrien kommt nicht zur Ruhe: Zerbombtes Haus in Baba Amr (Prozins Homs).Local Coordination Committees in Syria/AP/dapd Syrien kommt nicht zur Ruhe: Zerbombtes Haus in Baba Amr (Prozins Homs).Local Coordination Committees in Syria/AP/dapd

Mit mehr als 80 Toten hat Syrien am Donnerstag eine weitere Gewalteskalation erlebt. Allein in der Protesthochburg Homs wurden mehr als 50 menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten, wie Menschenrechtgruppen mitteilten. US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Gewalt in Syrien als "schockierend" und forderte ein Ende des Blutvergießens.

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Seit sechs Tagen wird Homs bereits von der syrischen Armee attackiert. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben am Donnerstag mehr als 50 Zivilisten, über 30 allein im Viertel Baba Amr.

Der Aktivist Omar Shaker sagte, "Raketen regnen heute ununterbrochen auf Baba Amr". In den von den Bombardierungen betroffenen Häusern befänden sich zahlreiche verkohlte Leichen. Ein weiterer Aktivist sagte, Homs sei inzwischen eine "Geisterstadt". Die Aufständischen seien mit ihren Handfeuerwaffen den "Raketen des Regimes" unterlegen.

Seit Beginn der Offensive auf die Protest-Hochburg am 4. Februar wurden laut der Beobachtungsstelle hunderte Zivilisten getötet. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bestätigte den Tod von etwa 250 mehrheitlich unbewaffneten Zivilisten und warnte vor einer "schweren humanitären Krise" in der Stadt.

Die syrische Führung unter Staatschef Bashar al-Assad räumte eine Militäraktion in Homs ein, die sich aber gegen "terroristische Banden" richtete. Diese seien für die Gewalt gegen Zivilisten verantwortlich. Auch in anderen Landesteilen gingen die Truppen am Donnerstag massiv gegen Demonstranten vor. Zugleich wurden mindestens sieben Sicherheitskräfte nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten nahe der südlichen Stadt Daraa in einem Hinterhalt getötet.

Die zweitgrößte syrische Stadt Aleppo ist am Freitag von mindestens zwei Explosionen erschüttert worden. Nach Angaben des Staatsfernsehens wurden dabei mehrere Menschen getötet. Zudem habe es Verletzte unter der Zivilbevölkerung und Militärangehörigen gegeben. Die Staatsführung sprach wie in ähnlichen vorherigen Fällen von "terroristischen" Angriffen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, die Terroranschläge hätten einem Gebäude des Militärgeheimdienstes und dem Sitz der Ordnungspolizei gegolten. Es habe mehrere "Märtyrer" gegeben. Menschenrechtsaktivisten berichteten von insgesamt drei Explosionen, von denen sich eine in der Nähe eines Gebäudes der Sicherheitskräfte ereignet habe.

Aufruf zu weiteren Protesten

Trotz der brutalen Niederschlagung der Proteste riefen Aktivisten für Freitag zu neuen Massendemonstrationen auf, die sich diesmal gegen das russische Veto gegen eine UN-Resolution zur Verurteilung der Gewalt richten sollen.

Obama sagte nach einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti in Washington, Italien und die USA seien sich darin einig, dass die syrische Regierung, die "ihr Volk angreift", ersetzt werden müsse.

Nach dem Veto Russlands und Chinas im UN-Sicherheitsrat am Samstag ergriffen mehrere Länder eigene Maßnahmen, um den Druck auf die syrische Regierung zu erhöhen. Deutschland wies am Donnerstag vier Mitarbeiter der syrischen Botschaft in Berlin aus, nachdem zuvor zwei mutmaßliche syrische Spione festgenommen worden waren. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte, Russland müsse der "Realität" ins Auge sehen und erkennen, was in Syrien vor sich gehe. Sie äußerte Enttäuschung über die Ablehnung der Resolution.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte, die internationale Gemeinschaft dürfe nicht zusehen, wie in Syrien täglich "Massaker" angerichtet würden. Sein Land werde mit Nachdruck die Organisation einer internationalen Konferenz vorantreiben.




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Syrien

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-10 08:05:27
Letzte Änderung am 2012-02-10 11:42:46


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Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

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