
Teheran droht, seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) im Falle weiterer Sanktionen zu stoppen. "Die US-Regierung und ihre Verbündeten irren sich gewaltig, wenn sie denken, die Resolutionskeule schwingen und sich dann mit uns zu Gesprächen zusammensetzen zu können", sagte Präsident Mahmoud Ahmadinejad.
Ein Bericht der IAEO dokumentierte vor kurzem die kontinuierliche Uran-Anreicherung im Iran auf 3,5 bis 20 Prozent - ab diesem Grad spricht man von waffenfähigem Uran -, den Bau eines Schwerwasserreaktors und mangelnde Zusammenarbeit mit den IAEO-Inspektoren. IAEO-Chef Yukiya Amano appellierte noch Montag an den Iran, mit seiner Behörde voll zu kooperieren - erfolglos.
Teheran droht mitKooperations-Stopp
In dem Resolutionsentwurf werden Maßnahmen gegen iranische Banken im Ausland gefordert, falls eine Verbindung zum iranischen Atomprogramm besteht. Zudem soll das Waffen-Embargo der UN gegen den Iran ausgeweitet werden. Am Dienstagabend stemmten sich lediglich Länder ohne Vetorecht gegen die Sanktionen: Libanon sowie die Türkei und Brasilien.
Letztere hatten noch Mitte Mai mit Teheran vereinbart, dass der Iran 1200 Kilo leicht angereichertes Uran in der Türkei lagert, während es auf den Austausch gegen 120 Kilo höher angereicherten Urans wartet. Doch der Deal wurde weder von Teheran noch vom Westen als ernsthafte Lösung in Betracht gezogen.
Während der russische Präsident Dmitri Medwedew dem Iran "unverantwortliches Verhalten" vorwarf, warnte Premier Wladimir Putin vor "exzessiven" Sanktionen. Trotz dieser will Russland das Atomkraftwerk Bushehr im Iran im August in Betrieb setzen. Widerspruch sieht man darin in Moskau nicht: Durch das AKW werde kein Atomwaffen-Knowhow weitergegeben.