• Artikel vom 22.02.2012, 11:50 Uhr

Welt

Update: 22.02.2012, 12:01 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Atomexperten kehrten von ihrer Mission mit leeren Händen zurück

Teherans Atomprogramm bleibt ein Geheimnis


  • Russland lehnt weitere diplomatische Schritte gegen den Iran ab.

Iranische Soldaten in Tarnkleidung bei einer Parade in Teheran: Ist Tarnen und Täuschen auch die Maxime in der Atompolitik? - APAweb / EPA / Abedin Taherkenareh

Iranische Soldaten in Tarnkleidung bei einer Parade in Teheran: Ist Tarnen und Täuschen auch die Maxime in der Atompolitik? APAweb / EPA / Abedin Taherkenareh

New York. Das Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat bei seinem zweitägigen Besuch in Teheran keine Fortschritte erzielt. Der Zutritt zu einer verdächtigen Militäranlage in Parchin wurde verweigert, der Besuch der Expertenteams ging ohne Ergebnis zu Ende.

Information

Wissen: Parchin
Betreibt der Iran auf der Militärbasis Parchin, rund 30 Kilometer südöstlich von Teheran entfernt, ein Programm zur Entwicklung von Atomwaffen? Die Islamische Republik hat den Inspektoren der in Wien ansässigen Internationale Atomenergie-Agentur IAEA (IAEO) wiederholt den Zutritt zu der Basis verweigert. In der weitläufigen Militärzone sollen Metallbehälter stehen, in denen möglicherweise Versuche mit nuklearen Raketensprengköpfen simuliert wurden.

Werbung

Die westlichen Staaten wollen deshalb im UNO-Sicherheitsrat an den Sanktionen gegen Teheran festhalten. Das Regime habe nicht annähernd die von den Vereinten Nationen geforderten Bedingungen erfüllt, hieß es am Mittwoch von westeuropäischen Diplomaten in New York. Deshalb müsse der Druck aufrechterhalten werden, bis der Iran endlich mit der Staatengemeinschaft kooperiere.

"Der Iran wurde mehrfach vom UNO-Sicherheitsrat verbindlich aufgefordert, jegliche Anreicherung zu stoppen, bis alle offenen Fragen rund um das iranische Nuklearprogramm geklärt sind", hieß es aus Diplomatenkreisen. Dazu gehöre insbesondere "eine glaubwürdige und umfassende Aufklärung" über eine mögliche militärische Dimension des Nuklearprogramms.

Russland warnt indes vor "voreiligen Schlüssen". Die IAEA habe die Militäranlage in Parchin südöstlich von Teheran bereits in der Vergangenheit kontrolliert, teilte am Mittwoch das Außenministerium in Moskau mit. "Die Inspektoren sollten also zunächst deutlich machen, was hier vor sich geht", sagte Sprecher Alexander Lukaschewitsch nach Angaben der Agentur Interfax. Moskau rufe Teheran aber auf, verstärkt mit der IAEA zusammenzuarbeiten.

Die IAEA hatte in der Nacht zum Mittwoch mitgeteilt, dass der Besuch der Expertenteams ohne Ergebnis zu Ende gegangen sei. Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie ein Atomwaffenprogramm zu betreiben. Teheran bestreitet die Vorwürfe. Russland fordert, dass der Konflikt durch Dialog gelöst werden müsse, und lehnt neue Sanktionen gegen Teheran im Weltsicherheitsrat ab. Russland ist ein enger Handelspartner des Iran und hatte das erste iranische Atomkraftwerk fertiggestellt.




Schlagwörter

Iran, IAEA, Atomwaffen

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-22 11:44:45
Letzte Änderung am 2012-02-22 12:01:56


Beliebte Inhalte



Hardliner in der Kosovo-Frage: Vojislav Kostunica. - © EPA
  • Nikolic holt sich "echten Radikalen" Ex-Premier Kostunica ins Boot.
  • weiter

Dieter Böhmdorfer: "Ich kann als Justizminister nicht die Gesetze aushebeln." - apa/Helmut Fohringer
  • Ex-Minister Böhmdorfer rechtfertigt Immobiliengeschäfte des Justizministeriums.
  • weiter

Nichts mehr zu sagen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Ex-Minister Norbert Röttgen. - © EPA
  • SPD-Chef plädiert angesichts Querelen in der Union für Neuwahlen.
  • weiter

Unvollendeter Umsturz: Demonstranten fordern personelle Erneuerung an der Staatsspitze. - © EPA
  • Als Armeesoldat getarnter Selbstmordattentäter zündet Bombe.
  • weiter

Nach acht Jahren haben die Serben ihren pro-europäischen Präsidenten Boris Tadic überraschend abgewählt. Nachfolger wird der rechts-konservative Tomislav Nikolic, der zuletzt zur Zeit des Kosovo-Krieges und der Nato-Angriffe auf Belgrad 1999 an der Macht war. - APAweb/Reuters
  • Offizielles Ergebnis veröffentlicht.
  • Wahlsieger Nikolic: "Werden nicht von europäischem Weg abweichen".
  • weiter




Werbung




Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Ein Demonstrant zeigt der berittenen Polizei das Victory Zeichen.  Hunderte Amerikaner gingen am Wochenende auf die Straße, um gegen den NATO-Gipfel in Chicago zu protestieren. Das amerikanische Model Lydia Hearst posiert für die Kamera.

Schauspieler Antonio Banderas kommt in Vertretung seiner Frau, Melanie Griffith, zur Red Ribbon Celebration Concert am Vorabend des Life Balls im Burgtheater. 21.5.2012: Auch wenn das Wasser kühlt, der Wettkampf bleibt heiß: Der Franzose Hugues Duboscq bei den Schwimm-Europameisterschaften im ungarischen Debrecen.

Werbung