• Artikel vom 22.02.2012, 15:35 Uhr

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Update: 22.02.2012, 15:35 Uhr
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Proteste gegen die USA in Afghanistan

Tote nach Koran-Verbrennung


  • Ausschreitungen in mehreren Städten.
  • USA entschuldigen sich für "unangemessene Behandlung" von Koran-Ausgaben.

Kabul.

Brennende Reifen in Jalalabad.

Brennende Reifen in Jalalabad.apaweb / REUTERS/Parwiz Brennende Reifen in Jalalabad.apaweb / REUTERS/Parwiz

Bei neuen Protesten gegen die Verbrennung von Koran-Ausgaben auf dem US-Stützpunkt Baghram in Afghanistan sind am Mittwoch mindestens acht Demonstranten getötet worden. Dutzende weitere wurden bei den Ausschreitungen in verschiedenen Landesteilen verletzt, wie die Behörden mitteilten. Präsident Hamid Karzai forderte die US-Armee auf, die Übergabe des Gefängnisses von Baghram an die Afghanen zu beschleunigen.

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Im Bezirk Shinwar in der Provinz Parwan nördlich von Kabul starben sechs Menschen, wie eine Sprecherin der Provinzbehörden der Nachrichtenagentur AFP sagte. Bei Zusammenstößen mit der Polizei seien 13 weitere Menschen verletzt worden. Die Demonstranten hätten die Beamten mit Steinen beworfen. Jeweils einen weiteren Toten gab es nach Angaben des Gesundheitsministeriums in der Hauptstadt Kabul und in der ostafghanischen Stadt Jalalabad.

US-Botschaft abgeriegelt

In Kabul setzten wütende Demonstranten nach Angaben der Polizei Fahrzeuge in Brand und griffen Geschäfte an, hunderte Afghanen lieferten sich Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Dabei wurde auch auf die Demonstranten geschossen. Vor dem US-Stützpunkt Camp Phoenix in Kabul warfen Demonstranten mit Steinen, die Soldaten schossen daraufhin in die Luft, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Von brennenden Autoreifen stieg schwarzer Rauch auf.

Afghanische Polizisten blockieren Demonstranten in Kabul.

Afghanische Polizisten blockieren Demonstranten in Kabul.APAweb / EPA/S. SABAWOON Afghanische Polizisten blockieren Demonstranten in Kabul.APAweb / EPA/S. SABAWOON

"Tod Amerika!", riefen die Demonstranten in verschiedenen Teilen des Landes. In Jalalabad setzten Studenten ein Bild von US-Präsident Barack Obama in Brand. Die US-Botschaft in Kabul riegelte das Botschaftsgebäude nach eigenen Angaben ab und untersagte den Mitarbeitern das Verlassen des Gebäudes.

Entschuldigung in einer Stellungnahme

Bereits am Dienstag hatten tausende Afghanen den Stützpunkt Baghram attackiert, nachdem bekannt geworden war, dass US-Soldaten dort Ausgaben des Koran verbrannt hatten. In einer Stellungnahme entschuldigte sich der Oberkommandierende der NATO-geführten Afghanistantruppe ISAF, US-General John Allen, für den Vorfall und ordnete eine umfassende Untersuchung an. US-Verteidigungsminister Leon Panetta bedauerte die "unangemessene Behandlung" von Ausgaben des Korans.

ISAF-Sprecher Jimmie Cummings sagte, er könne nicht bestätigen, dass die Koran-Ausgaben von US-Soldaten verbrannt wurden. Die Untersuchungen dauerten noch an. Zwei US-Beamte, die anonym bleiben wollten, sagten, die US-Armee habe die Bücher aus dem Gefängnis von Baghram entfernt, da die Häftlinge verdächtigt würden, sich mit Hilfe der Bücher heimlich Nachrichten zukommen zu lassen.

Bei einem Treffen mit dem stellvertretenden US-Verteidigungsminister Ashton Carter forderte Karzai die USA am Mittwoch auf, die Übergabe des umstrittenen Gefängnisses, das oft als das afghanische Guantanamo bezeichnet wird, an die Afghanen zu beschleunigen. "Je schneller die Übergabe des Gefängnisses erfolgt, desto weniger Probleme und bedauernswerte Vorfälle wird es geben", sagte Karzai nach Angaben seines Büros. General Allen forderte er auf, bei der vollständigen Aufklärung des Vorfalls mitzuwirken und dafür zu sorgen, dass sich derartige Zwischenfälle nicht wiederholten.




Schlagwörter

Afghanistan, Koran

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-22 15:09:25
Letzte Änderung am 2012-02-22 15:35:30


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Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

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