Canberra. In der schwer unter Druck geratenen Labor-Regierung Australiens droht ein neuer Führungsstreit. Der vor zwei Jahren von der Regierungs- und Parteispitze gestürzte Kevin Rudd ist am Mittwoch als Außenminister zurückgetreten. Damit kam der 54-Jährige möglicherweise seiner Entlassung zuvor. Die Rivalität zwischen Rudd und Regierungschefin Julia Gillard war in den vergangenen Tagen offen zutage getreten. Mehrfach hatte sich der 54-Jährige zuletzt beklagt, dass ihn Gillard, die bis 2010 seine Stellvertreterin war, nicht ausreichend vor medialen Angriffen geschützt habe. "Die einfache Wahrheit ist, ich kann nicht als Außenminister dienen, wenn ich nicht die Unterstützung der Premierministerin habe", sagte Rudd, der von seinen Anhängern offenbar bereits zur Revanche für die Entmachtung durch Gillard im Jahr 2010 gedrängt wird. Geht es nach ihnen, soll der 54-Jährige nächste Woche bei einer Tagung der Labor-Abgeordneten Gillard als Regierungschef herausfordern.
Rudd könnte Gillard aber auch noch auf andere Weise gefährlich werden. Tritt er auch als Abgeordneter zurück, hätte die Opposition bei Nachwahlen gute Chancen, die hauchdünne Parlamentsmehrheit der Regierung zu brechen.
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