Moskau.

In vielen Städten werden Pro-Putin-Massenaufmärsche inszeniert. Zahlreiche Demonstranten sagten, sie seien für ihre Teilnahme bezahlt oder von ihren Arbeitgebern dazu gedrängt worden - was Putin bestreitet. Die von Betrugsvorwürfen überschatteten Parlamentswahlen im Dezember 2011, die Putins Zustimmungswerte auf unter 50 Prozent fallen ließen, sind bis heute nicht vergessen: Die Mehrheit der Russen glaubt Umfragen des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Lewada zufolge nicht an eine saubere Abstimmung. Menschenrechtler und Oppositionelle haben die Wahl bereits vorab als "unrechtmäßig" verurteilt, am Sonntag wollen sie gegen Putins dritte Wiederwahl mobilmachen.
Die Ressourcen der kremlkritische Zeitung "Nowaja Gaseta" werden unterdessen dünner: Die Redaktion beklagte, die Behörden hätten dem Oligarchen Alexander Lebedew das Privatkonto eingefroren, damit sei eine wichtige Finanzierungsquelle des Blattes versiegt. Mitherausgeber und Ex-Sowjetpräsident Michail Gorbatschow sagte: "Das zeigt noch einmal, dass den Machthabern in diesem Land die freie Presse ein Dorn im Auge ist."
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