Wien. Israel rechnet bereits mit einem Atomangriff des Iran, und der neue Bericht der IAEO zerstreut diese Ängste nicht. Nach Einschätzung der Atomenergiebehörde in Wien hat der Iran die Urananreicherung zuletzt deutlich gesteigert. Das Land habe seine Kapazitäten zur höherprozentigen Anreicherung verdreifacht, so der IAEO-Bericht, der am Freitag veröffentlicht wurde.
Die Fähigkeit des Iran, Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern, hat in der westlichen Welt Besorgnis ausgelöst, da die Herstellung waffenfähigen Urans nun im Bereich des Möglichen liegt. Laut IAEO-Bericht hat der Mullah-Staat die Zahl der leistungsfähigen Zentrifugen in der unterirdischen Anlage Fordo verdoppelt und mehr als 100 Kilogramm höher angereichertes Uran hergestellt. Das ist fast die Hälfte der Menge, die für einen atomaren Sprengkopf nötig wäre.
Teheran, das vehement bestreitet, an einem Atomwaffenprogramm zu arbeiten, lässt seine militärischen Anlagen nicht von der IAEO kontrollieren. Ein internationales Expertenteam ist am Mittwoch ohne Ergebnisse von einer zweitägigen Reise in den Iran zurückgekehrt. Weder konnten die Inspektoren eine Vereinbarung über künftige Lösungswege erzielen noch das Militärgelände Parchin besuchen, wo möglicherweise Tests mit atomaren Sprengköpfen simuliert wurden. Es war die zweite Iran-Reise von Atomexperten binnen kurzer Zeit, die ohne Ergebnis abgebrochen wurde.
"Schwere Differenzen"
Die Atomenergiebehörde begründet das Scheitern ihrer Mission mit "schweren Differenzen". Diese habe es in der Frage nach dem richtigen Ansatz gegeben, mit dem sich die bestehenden Unklarheiten über das iranische Atomprogramm beseitigen ließen. Die Atomenergiebehörde hat jedenfalls weiterhin "ernste Bedenken" gegenüber der möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms, heißt es im neuen IAEO-Bericht.
US-Geheimdienste glauben unterdessen nicht, dass der Iran derzeit versucht, eine Atombombe zu bauen. Der Mullah-Staat betreibe aber intensive Forschungen, die die Grundlage für die Fähigkeit zum Bau einer Nuklearwaffe schaffen könnten. Washington ist noch bemüht, Israel von einem militärischen Angriff auf den Iran abzuhalten.
Iran: "Friedliche Natur"
Nach iranischer Einschätzung beweist der Bericht die "friedliche Natur" des Nuklearprogramms des Landes. Zudem reflektiere der am Freitag in Wien veröffentlichte Report die Fortschritte, die der Iran in der Nukleartechnologie gemacht habe, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Fars den IAEA-Botschafter des Landes, Ali-Asgar Soltanieh.
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