
Nach Berichten von Sicherheitskräften und Augenzeugen wurden dabei am Mittwochmorgen mindestens 140 Fahrzeuge zerstört. Die etwa 15 Angreifer schossen auf die Fahrzeuge und steckten sie anschließend in Brand. Sie entkamen mit zwei Autos und auf Motorrädern. Sieben Fahrer wurden erschossen oder kamen in den Flammen um. Feuerwehren brauchten Stunden, um den Großbrand unter Kontrolle zu bringen. Bei einem Gefecht zwischen pakistanischen Regierungstruppen und Rebellen in der Stammesregion Orakzai wurden nach Angaben der Behörden sechs Soldaten und 40 Aufständische getötet.
Taliban feiern Premiere
Es war das erste Mal, dass mutmaßliche Taliban-Kämpfer einen NATO-Konvoi in unmittelbarer Nähe von Islamabad angegriffen haben. Bisher wurden Überfälle überwiegend im Nordwesten des Landes verübt. Die Route von der südlichen Hafenmetropole Karachi durch Zentralpakistan zum Grenzübergang am Khyber-Pass ist mit 75 Prozent aller Lieferungen die wichtigste Nachschubverbindung für die internationalen Truppen in Afghanistan. In den vergangenen zwei Jahren kam es immer wieder zu Überfällen von Extremisten auf die Versorgungsrouten.
Im Stammesgebiet Mohmand an der pakistanisch-afghanischen Grenze griffen unterdessen Aufständische einen Posten der Sicherheitskräfte an. Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen kamen bei dem Feuergefecht zwei pakistanische Regierungssoldaten und sechs Angreifer ums Leben. Bereits am Vortag waren in der Region sechs Soldaten bei einem Taliban-Überfall getötet worden. Die halbautonomen Stammesgebiete gelten als islamistische Hochburgen.
Truppenstärke entscheidend
Die NATO-Staaten müssen nach Auffassung von US-Verteidigungsminister Robert Gates bei Sparmaßnahmen eine Verringerung von Truppenstärken und militärischen Fähigkeiten so lange wie möglich vermeiden. Nach einem Gespräch mit seinem neuen britischen Amtskollegen Liam Fox sagte Gates in London, er hoffe, dass die NATO-Partner zunächst Verwaltungs- und Gemeinkosten reduzierten, bevor sie über Einschnitte bei Streitkräftestrukturen und -fähigkeiten nachdächten. Die Verteidigungsminister der 28 NATO-Länder beraten am Donnerstag in Brüssel über umstrittene Sparvorschläge von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Er will unter anderem die Zahl der NATO-Kommandozentralen und der NATO-Agenturen für technische Dienstleistungen deutlich verringern. (APA)