• Artikel vom 30.06.2009, 17:13 Uhr

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Update: 30.06.2009, 17:14 Uhr
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Arbeitsmigration bricht erstmals seit 80er Jahren ein

Die OECD warnt vor Abschottung


  • Demografische Folgen verheerend.
  • Krise trifft Ausländer besonders hart.
  • Paris. Als Folge der Wirtschaftskrise suchen erstmals seit den 80er Jahren deutlich weniger Ausländer Arbeit in den entwickelten Industriestaaten. In Irland, Spanien und Großbritannien sei dies schon deutlich zu spüren, heißt es in dem am Dienstag vorgestellten Migrationsbericht der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Unter den Auswirkungen der Krise hätten die Immigranten besonders stark zu leiden. Einen Anwerbestopp hält die OECD in der derzeitigen Lage aber für gefährlich. Vor dem Hintergrund der Überalterung der Gesellschaft in den reichen Ländern sollte die Krise stattdessen genutzt werden, um die Weichen für eine liberale Einwanderungspolitik zu stellen, fordert die Organisation.

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In Großbritannien und Irland ist die Zuwanderung aus den osteuropäischen EU-Ländern seit Beginn der Rezession um mehr als die Hälfte eingebrochen, heißt es in dem Bericht. In Australien ging die Zahl der qualifizierten Migranten um ein Viertel zurück. In den USA wurde zum ersten Mal seit langem das Kontingent der Arbeitsvisa nicht ausgeschöpft.

Dass Ausländer von der Krise überdurchschnittlich hart betroffen sind, zeigt sich etwa in Spanien, dem Land mit der massivsten Einwanderungswelle in Europa in den vergangenen Jahren: 27,1 Prozent der Zuwanderer waren dort im ersten Quartal arbeitslos. In der einheimischen Bevölkerung lag die Quote bei 15,2 Prozent. Grund sei, dass ausländische Arbeitskräfte oft in konjunkturanfälligen Branchen wie Bau und Gastgewerbe beschäftigt seien, mit oft unsicheren Anstellungsverhältnissen.

Die Tendenz berge ein großes Risiko: "Wenn Ausländer in der Rezession den Kontakt zum Arbeitsmarkt verlieren, verschärft sich die Integrationsproblematik", sagte Thomas Liebig, deutscher Arbeitsmarktexperte bei der OECD. Qualifizierungen von arbeitslosen Ausländern müssten deswegen von der Politik zur Priorität erhoben werden.

Für Deutschland könnte sich der Rückgang der Einwanderung als verheerend erweisen, warnt die OECD. Schon jetzt seien die Bundesrepublik, Polen und Ungarn die einzigen OECD-Staaten mit schrumpfender Bevölkerungszahl. "Wenn jetzt noch weniger zuwandern, wird der demografische Druck später noch stärker", meint Liebig. Die Folge könnte mittelfristig ein akuter Arbeitskräftemangel sein. Besonders wichtig sei das Anwerben ausländischer Studenten, aber auch beim Pflegepersonal müsse man über verstärkte Anstrengungen nachdenken.



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Dokument erstellt am 2009-06-30 17:13:34
Letzte Änderung am 2009-06-30 17:14:00

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