• vom 21.07.2016, 17:41 Uhr

Doping

Update: 21.07.2016, 18:04 Uhr

Olympia-Ausschluss

Die Vorentscheidung




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  • Der internationale Sportgerichtshof bestätigt den Olympia-Ausschluss für Russlands Leichtathleten.

IOC-Präsident Thomas Bach muss nach dem CAS-Urteil nun den Offenbarungseid leisten.

IOC-Präsident Thomas Bach muss nach dem CAS-Urteil nun den Offenbarungseid leisten.© ap/Paul IOC-Präsident Thomas Bach muss nach dem CAS-Urteil nun den Offenbarungseid leisten.© ap/Paul

Rio de Janiero. Langsam wird es eng für Russlands Olympia-Team. Wie der internationale Sportgerichtshof (CAS) am Donnerstag in einem Urteil bestätigte, bleibt der Ausschluss der russischen Leichtathleten wegen massiver Dopingvergehen weiter aufrecht. Das Gericht wies den Einspruch von 68 russischen Athleten und des russischen olympischen Komitees (ROC) gegen das vom Leichtathletik-Weltverband (IAAF) im Juni verlängerte Teilnahmeverbot an internationalen Wettkämpfen zurück. Damit muss Russland mehr denn je nun den kompletten Ausschluss von den am 5. August beginnenden Sommerspielen fürchten, hatte doch das internationale olympische Komitee (IOC) eine Entscheidung darüber vom CAS-Richterspruch abhängig gemacht.

Das Exekutivkomitee will nun am Sonntag darüber beraten. Verkündet werden könnte die Entscheidung entweder noch am gleichen Tag oder am Montag. Es wäre der erste Olympia-Ausschluss eines Landes wegen nachgewiesenen systematischen Dopings. Für die russische Delegation bedeutet der Spruch einen harten Schlag. Der CAS bestätigte in seinem Urteil, dass die Entscheidung der IAAF regelkonform war und stellte fest, dass das ROC keine Leichtathleten für die Spiele in Rio de Janiero nominieren darf. Die IAAF hatte den russischen Leichtathletikverband am 13. November 2015 wegen umfassenden Dopings suspendiert und die Sperre für internationale Wettkämpfe am 17. Juni über die Rio-Spiele hinaus verlängert.


In Russland fielen die Reaktionen auf das Urteil erwartungsgemäß kritisch aus. "Ich bedauere diese Entscheidung. Wir werden über weitere Schritte nachdenken. So möchten wir die Sache nicht belassen", kündigte Sportminister Witali Mutko an und sprach von einem "politisch motivierten" sowie "beispiellosen Urteil". Welche Antwort man geben werde, ließ er offen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, dass ein möglicher Boykott der Spiele jedenfalls nicht erwogen werde, sprach aber auch von einer ungerechten Kollektivstrafe. Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Isinbajewa bezeichnete das Urteil sogar als "Begräbnis der Leichtathletik".

Zwei Russinnen dürfen starten
Die IAAF wiederum begrüßte die Entscheidung: "Dieses Urteil hat gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Sportler geschaffen." Es stärke die Rechte der IAAF, "ihre Gesetze zum Schutz des Sports sowie zum Schutz der sauberen Sportler anzuwenden und damit die Glaubwürdigkeit und Integrität der Wettbewerbe zu schützen". Dennoch sei dies "kein Tag für triumphale Verkündungen", meinte IAAF-Boss Sebastian Coe am Donnerstag. "Ich bin nicht zur Leichtathletik gekommen, um Athleten von Wettkämpfen auszuschließen", betonte der Engländer. "Der ureigenste Wunsch unseres Verbandes ist es einzubinden - nicht auszuschließen."

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Schlagwörter

Olympia-Ausschluss, Russland, IOC

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Dokument erstellt am 2016-07-21 17:44:05
Letzte ─nderung am 2016-07-21 18:04:21



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