• vom 23.08.2016, 17:15 Uhr

Doping

Update: 23.08.2016, 20:26 Uhr

Olympia 2016

Bitte draußen bleiben




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Der internationale Sportgerichtshof bestätigt den Paralympics-Ausschluss russischer Athleten.

Rio de Janeiro. Der internationale Sportgerichtshof CAS bleibt hart: Die russischen Sportler dürfen nicht an den Paralympics in Rio de Janeiro teilnehmen. Der CAS bestätigte am Dienstag den vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) beschlossenen Komplett-Ausschluss der russischen Athleten in der Affäre um mutmaßliches Staatsdoping.

Die Sportrichter begründeten in der Olympiastadt Rio de Janeiro ihre Entscheidung damit, dass das IPC nicht gegen seine Regeln verstoßen habe. Zudem sei die Entscheidung angesichts der Umstände verhältnismäßig, hieß es in einer Mitteilung. Das Russische Paralympische Komitee (RPC) habe keine Beweise vorlegen können, die die Faktenlage verändern würden. Im Gegensatz zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hatte das IPC am 7. August das RPC wegen seiner Verwicklungen in das staatlich gelenkte Doping-System suspendiert. Damit hatten automatisch alle russischen Sportler ein Startverbot bei paralympischen Wettkämpfen erhalten. Das RPC legte gegen die Aussetzung seiner IPC-Mitgliedschaft Einspruch ein, scheiterte damit aber.

Werbung

Das IPC hatte für seine Kollektivstrafe weitere Informationen des kanadischen Juristen Richard McLaren, der die Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) zum vermeintlichen Staatsdoping leitete, als Grundlage genommen. Demnach hatte es von McLaren die Namen von 35 Sportlern erhalten, die in Verbindung mit verschwundenen positiven Dopingproben aus dem Moskauer Kontrolllabor stehen sollen. Zudem schickte der Dachverband 19 Dopingproben von den Winter-Paralympics 2014 in Sotschi zur Nachkontrolle, die im Verdacht stehen, ausgetauscht worden zu sein.

In Russland reagierte man empört, Sportminister Witali Mutko bezeichnete den Ausschluss gegenüber der Nachrichtenagentur TASS als "ungesetzlich und politisch motiviert". Die Entscheidung würde "ernsthafte Fragen aus Sicht der Menschenrechte" aufwerfen, hieß es aus dem russischen Außenministerium.

Unterdessen zeigte sich das IPC zufrieden mit dem Urteil. Der McLaren-Report sei "einer der dunkelsten Momente des Sports", erklärte IPC-Präsident Philip Craven, die Entscheidung unterstreiche "unseren starken Glauben daran, dass Doping absolut keinen Platz bei den Paralympischen Spielen hat". Trotzdem sei es kein Tag zum Feiern, man fühle mit den russischen Athleten mit, die nun nicht an den Spielen in Rio teilnehmen könnten.

Nach den Spielen in Rio will das IPC mit der Wada zusammenarbeiten und Wiederaufnahmekriterien für Russland aufstellen. Russische Ermittler drehen wiederum den Spieß um und wollen die Führung der Wada zur Vernehmung vorladen. Deren Berichte hätten weder Doping russischer Sportler noch die Verwicklung staatlicher Stellen belegt, sagte der Sprecher des Staatlichen Ermittlungskomitees der Agentur Tass zufolge.

Anders als das IPC hatte das IOC auf einen Komplett-Ausschluss verzichtet und Sportlern nach einer Einzelfallprüfung durch die Fachverbände eine Startgenehmigung erteilt. Dadurch konnten mehr als 270 von 389 russischen Athleten bei Olympia starten; nur die Leichtathleten blieben - mit Ausnahme der Weitspringerin Darja Klischina, die ihr Startrecht beim CAS durchgesetzt hatte - ausgesperrt. Diese Lösung hatte international für Kopfschütteln gesorgt. Doch auch dem IPC droht nun ein langwieriger Rechtsstreit, der die - ohnehin unter keinem guten Stern stehenden - Spiele im September überschatten könnte.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-08-23 17:20:04
Letzte nderung am 2016-08-23 20:26:02



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. München zurück in der Wohlfühloase
  2. Salzburg gegen die unbekannte Größe Konyaspor
  3. Britischer Erfolgslauf
  4. Hier kommt Alex
  5. Hoffen auf den Jupp-Effekt
Meistkommentiert
  1. Peter Schöttel wird neuer ÖFB-Sportdirektor
  2. Tiroler Absage an Olympia
  3. Schock nach Olympia-Aus sitzt tief
  4. Abschiedsgeschenk für Koller
  5. "Wunderschöne Jahre"

Werbung



Werbung



Werbung