• Artikel vom 21.06.2011, 16:14 Uhr

Fußball

Update: 21.06.2011, 17:42 Uhr
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"Wie machen die das? Sind das noch echte Frauen?"


Von Matthias Nagl
  • Expertin Nicole Selmer spricht über die veränderte Rolle des Frauenfußballs.
  • Verachtung wird weniger offen geäußert.

"Wiener Zeitung":

Nicole Selmer, Fußballfan und Autorin. Foto:privat

Nicole Selmer, Fußballfan und Autorin. Foto:privat Nicole Selmer, Fußballfan und Autorin. Foto:privat

Wenige Tage vor Beginn der WM scheint sich die Debatte in Deutschland mehr um den aktuellen "Playboy" und die Frage, um welche Sorte Mensch es sich bei Fußballerinnen handelt, zu drehen als um sportliche Fragen. Stimmt dieser Eindruck?

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Nicole Selmer: Das ist schon wahr. Was ist das für ein Event? Wie wird der vermarktet? Das spielt im Moment eine große Rolle.

Ist das generell so im Zusammenhang mit Frauen-Fußball?

Es ist bemerkenswert, dass überhaupt relativ viel über Frauen-Fußball diskutiert wird. Die Aufmerksamkeit, die es jetzt gibt, ist etwas ganz Neues. Insofern gibt es kaum Vergleichsmöglichkeiten. Vor früheren Weltmeisterschaften war eher die Frage, wer sind diese Spielerinnen, und nicht ziehen sich die aus oder nicht und für wen machen die Werbung oder nicht.

In Österreich gibt es zum Thema Frauenfußball nicht viele Meinungen, die über blinde Befürwortung oder blanke Ablehnung hinausgehen. Lässt sich das auch auf Deutschland übertragen?

In der Vorbereitung auf dieses Turnier sind - natürlich auch unter dem großen Einsatz des Deutschen Fußballbundes - die Stimmen, die offen sagen, "Frauenfußball, was soll das, das ist doch ein Scheiß", sehr verstummt. Das heißt nicht, dass die Leute ihre Meinung geändert haben. Im Zuge des aktuellen Hypes um den Frauenfußball kommen jetzt wieder Stimmen, die sagen, "Frauenfußball ist langweilig, und das muss man auch sagen dürfen". Was fehlt, ist eine respektvolle Beurteilung von sportlichen Leistungen. Was auch heißen kann zu sagen, das war ein schlechtes Spiel und die Viererkette steht noch gar nicht. Solche Beobachtungen wären ein Zeichen von wirklichem Respekt. Man muss aber fairerweise auch sagen, dass solche aufs Spiel gerichtete Beobachtungen einem auch im Männerfußball mitunter fehlen.

Wenn es einmal um sportliche Fragen geht, wird meist mit dem Männerfußball verglichen. Ist das ein zulässiger Vergleich?

Die Spielerinnen selbst sagen, man soll nicht vergleichen. Natürlich ist eine große Differenz da, große Differenzen gibt es aber auch im Männerfußball. Wenn man zum Beispiel das Champions-League-Finale mit der zweiten österreichischen Liga vergleicht. Da ist der Abstand auch nicht geringer, da kommt niemand auf die Idee zu sagen, das ist eine andere Sportart, das können wir nicht Fußball nennen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-06-21 16:20:11
Letzte Änderung am 2011-06-21 17:42:13


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