
City kauft und kauft, und es wirkt, als wäre es völlig egal, ob ein Spieler 15 oder 50 Millionen Euro kostet. Im ersten Jahr hat Al Nahyan 157 Millionen auf den Fußballmarkt geworfen, im Vorjahr 147 Millionen. Zwei Wochen vor dem Start der Premier League nähert sich der neureiche Klub erneut der 100-Millionen-Marke, nachdem Weltmeister David Silva, Yaya Touré, Jérôme Boateng und Aleksandar Kolarov verpflichtet wurden. In den kommenden Tagen soll Inters ungeliebter Jungstar Mario Balotelli in Manchester unterschreiben. Kolportiert wird eine Ablösesumme von 30 Millionen.
City erwirbt seine Angestellten zu völlig überhöhten Preisen. So ist der Serbe Kolarov sicher ein guter Mann auf der linken Abwehrseite, er hat bei der WM auch zwei Partien bestritten. Aber 23 Millionen für den 24-Jährigen von Lazio sind kaum zu argumentieren. Zumal Manchester in Wayne Bridge einen der besten Engländer auf dieser Position im Kader hat.
Die Mannschaft fasst schon mehr als 30 Spieler, im zentralen Mittelfeld tummeln sich etwa Vize-Weltmeister Nigel de Jong, Ex-Weltmeister Patrick Vieira, Englands WM-Teilnehmer Gareth Barry und nun eben auch Touré für maximal zwei Positionen. Auch im Angriff ist es ähnlich, zumal Robinho wieder nach Manchester zurückkehrt.
Das Ziel der Citizens ist klar: Scheich Al Nahyan will Titel, und er will mit aller Macht in die Champions League. Und das könnte den etablierten Großklubs zu schaffen machen. Denn bisher lebte es sich recht angenehm in der Hegemonie der Premier League. Manchester United, Arsenal, Chelsea und Liverpool, die Big Four, hatten ein Abonnement auf die vier Plätze in der Champions League. In den vergangenen zehn Jahren verpassten nur Liverpool und Chelsea jeweils zweimal die Königsklasse. Das schafft Planungssicherheit und macht die Klubs für die besten Spieler attraktiv.
Es wird ihnen nicht recht sein, dass nun ein neuer Player auftaucht. Denn sollte einer aus den Big Four zwei, drei Jahre hintereinander die Champions League verpassen, könnte das existenzbedrohend sein. Jeder dieser Klubs ist durch enorme Investitionen in den vergangenen Jahren auf die Europacup-Einnahmen angewiesen. So könnten aus fünf bald wieder vier Klubs werden. Mit einem neuen Vierten eben.
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