• vom 11.10.2011, 22:45 Uhr

Fußball

Update: 12.10.2011, 16:09 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Österreich schließt die EM-Qualifikation mit einem 0:0 in Kasachstan ab

Torlos verabschiedet



  • ÖFB-Elf kommt über drei Siege nicht hinaus.

Astana.

Marko Arnautovic (r.) vergab eine der größten Chancen für die Österreicher.

Marko Arnautovic (r.) vergab eine der größten Chancen für die Österreicher.© REUTERS Marko Arnautovic (r.) vergab eine der größten Chancen für die Österreicher.© REUTERS

Nach China ist es nur noch ein Hupfer von Astana, Wien ist von der kasachischen Hauptstadt deutlich weiter entfernt, ungefähr so weit wie New York von Los Angeles. Europa, zumindest Fußball-Europa, ist eben größer, als man denkt. Entfernung ist auch ein gutes Stichwort, um Österreichs Status quo im Weltfußball zu beschreiben. Man ist weit weg von der Elite, weit weg von einer Qualifikation für ein großes Turnier und, wie die jüngsten öffentlichen Diskussionen um die Teamchefbestellung bewiesen, weit weg von jener Modernität, die überall sonst den Fußball längst erfasst hat.

Willi Ruttensteiner hat dennoch versucht, so etwas wie moderne Strategien und eine moderne Betreuung in der Nationalmannschaft zu etablieren, eine Woche hatte er dafür Zeit. Der deutliche Sieg in Baku (4:1) war ein kleiner Etappenerfolg, ein ebenso gelungener Abschluss in der EM-Qualifikation gegen Kasachstan sollte dann den Boden für Marcel Koller aufbereiten. So ganz klappte das nicht.

Der schwermütigen kasachischen Hymne zum Trotz, die minutenlang die neue Astana-Arena beschallte, zogen die Österreicher gleich zu Beginn ein fröhliches Offensivspiel auf. Das ÖFB-Team war sichtbar bestrebt, Kasachstan zu überfordern. Sie attackierten früh, hielten das Tempo hoch, was allerdings manchmal auch hektisch wirkte. Und nach rund zehn Minuten versuchten es die Gastgeber dann mit genau denselben Mitteln.

Die Partie wirkte dadurch zerfahren, beide Seiten agierten fehleranfällig, wobei die nur an einer Position veränderten Österreicher (Stefan Kulovits statt des gesperrten Julian Baumgartlinger) vor der Pause klar besser waren und durch dem sehr laufstarken Ekrem Dag (25.) die beste Chance hatten.

Man durfte schon glauben, dass da in der zweiten Hälfte noch etwas passiert. Doch als dann auch Marko Arnautovic völlig allein vor dem Tor (55.) knapp daneben schoss, brach zusehends Verunsicherung bei den Österreichern aus. Zunächst auf dem Feld, wo auf einmal wieder Fehler um sich griffen, dann auch beim Betreuerstab. Zunächst brachte Ruttensteiner aus verständlichen Gründen Zlatko Junuzovic für den diesmal eher schwachen Andreas Ivanschitz (65.), doch durch die Hereinnahme von Veli Kavlak und Stefan Maierhofer in der Schlussphase der Partie ging dann auch noch die letzte Ordnung im Offensivspiel verloren.

Und das führte eben auch immer wieder zu Gegenangriffen der gegen Ende immer mutigeren Gastgeber. Vor allem Sergei Grindin war ein ständiger Gefahrenherd. Zweimal scheiterte er mit dem Fuß, die beste Chance vergab er dann in der 73. Minute, als ein Kopfball von ihm an der Querlatte landete.

Auch Österreich vernebelte eine ganze Reihe von Halbchancen, doch zu wirklich großen Möglichkeiten reichten Form, Fähigkeiten und Glück nicht. Ein schönes Beispiel war das vermeintliche 1:0 durch Marc Janko (91.). Eine weite Flanke wurde irgendwie von Paul Scharner per Kopf verlängert, der kasachische Teamchef faustete den Ball dann auf Janko, von dessen Oberkörper der Ball ins Tor kullerte. Eine Reihe von Fehlleistungen, die dann aber doch keine Auswirkungen hatten. Denn der Schiedsrichter erkannte eine Abseitsposition.

"Wir haben uns extrem schwergetan. Die Kasachen sind sehr gut gestanden und haben viel Leidenschaft gezeigt. Das habe ich bei uns vermisst", sagte Sebastian Prödl. "Das Remis ist gerechtfertigt, und das ist bitter für uns", sagte der Verteidiger, der einmal in höchster Not rettete. Willi Ruttensteiner, der sich nun wieder auf den Posten des Sportdirektors zurückzieht, machte die Müdigkeit für das Remis verantwortlich. "Wir konnten von der Physis nichtwirklich entgegenhalten."




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-10-11 22:50:06
Letzte Änderung am 2011-10-12 16:09:53


Beliebte Inhalte



Alaba im Glück. - apa/Jäger
  • David Alaba zieht als erster Österreicher der Geschichte ins Finale der Besten ein.
  • weiter

Wien. Nur noch einen Sieg sind die Fivers vom ersten Double der Vereinshistorie entfernt. Nach dem knappen 29:28-Auswärtssieg in Hard am vergangenen...weiter

Austria Wien kann in der CL-Qualifikation den Meister-Weg beschreiten und hat daher auf dem Papier leichtere Gegner, weil nur Meister mittlerer und kleinerer Ligen mögliche Konkurrenten sind. - APAweb/Pfarrhofer
  • Austria auf leichterem Meister-Weg, auf Salzburg warten große Kaliber.
  • weiter

"Fast pathologische Züge" hatte der Bayern-Hass vieler laut Philipp Köster vom Magazin "11 Freunde" in den 90er Jahren. Mittlerweile erkenne man die Qualitäten der Münchner schon etwas mehr an. - reuters
  • Warum die Mehrheit der Deutschen im Champions-League-Finale Dortmund die Daumen hält.
  • weiter

Sonnyboy gegen Gentleman: Jürgen Klopp (l.) gilt als Trainer modernen Schlags, Jupp Heynckes als Betreuer alter Schule. ap/reuters
  • Getrennt durch 23 Jahre, geeint im Erfolg: Jürgen Klopp und Jupp Heynckes.
  • weiter

Baumgartners Sprung war hoch angesetzt, aber kein Sport - zumindest nicht im steuerrechtlichen Sinn. - APAweb /  EPA / Red Bull Stratos
  • Lopatka dementiert Eingriff in Felix Baumgartners Steuerverfahren.
  • weiter

Austrias Meistermacher soll bei Werder Bremen Interesse ausgelöst haben, Peter Stöger dementiert. - APAweb/HERBERT NEUBAUER
  • Austrias Erfolgscoach dementiert, fühlt sich aber höchst geehrt.
  • weiter

Austria Wien kann in der CL-Qualifikation den Meister-Weg beschreiten und hat daher auf dem Papier leichtere Gegner, weil nur Meister mittlerer und kleinerer Ligen mögliche Konkurrenten sind. - APAweb/Pfarrhofer
  • Austria auf leichterem Meister-Weg, auf Salzburg warten große Kaliber.
  • weiter




Werbung



Abseits

Unösterreichisch zum Erfolg

Man muss kein Austria-Fan sein, um die Austria 2012/13 (zumindest ein bisschen) zu bewundern. Sie hat sich endgültig von der Post-Stronach-Ära... weiter



Werbung