(rie/apa) Diskutiert wurde über die Torlinientechnik schön des öfteren. Anlassfälle gab es immer wieder. Das jetzt ausgerechnet in "Good Old England" die Einführung dieser Technologie bevorstehen könnte, passt auch irgendwie.
Rückblende: WM 2010 in Südafrika, Achtelfinale Deutschland gegen England: Frank Lampard erzielt den Ausgleich zum 2:2 - eigentlich. Zeitlupenaufnahmen ließen eindeutig erkennen, das der Ball bei dem Lattenpendler hinter der Torlinie landete. Bloß die Unparteiischen sahen das anders. Die Engländer verloren die Partie schließlich mit 1:4 und mussten ihre WM-Hoffnungen zum wiederholten Male vorzeitig begraben.
Von der späten Rache für das Wembley-Tor war damals die Rede. 1966 hatte Geoff Hurst in der Verlängerung des WM-Finales gegen Deutschland den vorentscheidenden Treffer zum 3:2 erzielt. Der Schiedsrichter entschied es so. Der Ball war von der Latte an den Boden geprallt und dann von einem deutschen Verteidiger ins Torout bugsiert worden. England siegte schließlich 4:2 und krönte sich zum ersten und bis heute einzigen Mal zum Fußball-Weltmeister. Jahre später stellten Wissenschafter fest, dass der Ball nicht hinter der Torlinie war.
Und nun sollen ausgerechnet in England solche Irrtümer ausgeschlossen werden. Der englische Fußball-Verband FA denkt über die Einführung von Torlinientechnologien in der Premier League schon für die Saison 2012/13 nach. Es wäre eine Premiere im Profi-Fußball.
"Es könnte eine Möglichkeit für die nächste Saison sein", sagte FA-Generalsekretär Alex Horne am Donnerstag der BBC. Er könne aber nicht sicher sagen, ob genügend Zeit für den Einkauf und die Implementierung der neuen Technik sei, fügte Horne hinzu.
Im März 2012 wollen die obersten Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) in London über die Einführung von Torlinientechniken beratschlagen. "Dann wird eine definitive Entscheidung fallen", hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter im Frühjahr angekündigt.
Neun Systeme werden getestet
Derzeit werden laut BBC neun Systeme getestet. Überzeugt eine der technischen Hilfen für Schiedsrichter, soll es zwischen März und Juni 2012 eine weitere Testphase geben. "Ich denke, Torlinientechnologie würde unserem Sport großen Auftrieb geben", sagte Horne.
Blatter hatte nach der vergangenen IFAB-Sitzung im März erklärt, er könne sich den Einsatz von Chips in Bällen oder Torkameras zur nächsten WM in Brasilien vorstellen. Geben die Regelhüter einer Technik Grünes Licht, "dann sollte es kein Problem sein, diese 2014 einzusetzen", so Blatter.
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