Madrid.

Das ist kein Abstand, der nach erst 15 Runden nicht mehr aufzuholen wäre, in der einseitigen spanischen Liga ist es aber eine kleine Welt. Vergangene Saison gab Barcelona als Meister nur 18 Punkte ab, vor zwei Jahren waren es gar nur 15. Nachdem Real und Barcelona auch in dieser Saison an der Tabellenspitze einsam ihre Kreise ziehen, sind Punkteverluste für beide Teams quasi strengstens verboten. Das ist dem FC Barcelona in dieser Saison aber schon dreimal öfter passiert als Real Madrid. Bei zehn Siegen gab es vier Unentschieden und eine
Niederlage.
Dabei wäre es dennoch einigermaßen grotesk, von einem Leistungsabfall der Katalanen zu sprechen. Dazu reicht ein Blick auf die Heimbilanz: In neun Heimspielen gab es acht Siege, das Torverhältnis beträgt 39:0. Auch in der Champions League sicherte sich Barcelona mit fünf Siegen aus sechs Spielen souverän den Gruppensieg und den Aufstieg ins Achtelfinale. Mehr noch, in zahlreichen Analysen werden Trainer Pep Guardiola und seine Mannschaft als zum wiederholten Mal stilprägend bezeichnet. Dieser Befund ist keineswegs von der Hand zu weisen. Taktikblogs und Formationsfetischisten überschlagen sich, weil der FC Barcelona dieser Saison nicht mehr mit den handelsüblichen Zahlenkombinationen zu erklären ist.
Guardiola lässt seinen Akteuren in der Offensive große Freiheiten, statt in Positionen bewegen sich die Spieler in Aktionsräumen. Nicht dass dies bei anderen modernen Teams anders wäre, doch bei Barcelona sind diese Räume wesentlich flexibler und überlagern sich stärker. Die Frage, wie Guardiola den im Sommer von Arsenal verpflichteten Cesc Fàbregas in Barças System einbaut, hat der Coach so beantwortet, dass sich Fàbregas und Lionel Messi die zentrale Angriffsposition quasi selbständig aufteilen und gleichzeitig überall und nirgends sind.
Eines muss man Bernie Ecclestone lassen: Der Mann leidet nicht unter mangelndem Selbstbewusstsein. Dass er trotz eines drohenden Prozesses wegen des...
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