Málaga.

Nun hat wirklich schon beinahe jede größere Fußballnation ein ähnlich gelagertes Projekt, bei dem viele, viele Millionen aus der Golfregion in strauchelnde Vereine gepumpt werden, um sie im Kampf mit den Besten des Landes zu wappnen. In England ist es Manchester City, der Tabellenführer mit dem Geld aus Abu Dhabi, in Frankreich ist es der aus Katar finanzierte Klub Paris St. Germain, der ebenfalls in der Liga voran liegt, und in Spanien ist es Málaga CF, das seit Sommer 2010 in den Händen des katarischen Herrscherhauses ist.
Nur spielt Málaga in der spanischen Liga bisher nicht die ihm zugedachte Rolle des Herausforderers von Real Madrid und Barcelona. Dabei wurde genau das als mittelfristiges Ziel ausgegeben. Doch Málaga unterscheidet von Manchester City und Paris St. Germain doch so einiges. Sowohl City als auch der PSG können auf ruhmreiche Zeiten und einen recht großen Anhang verweisen. Málaga indessen machte im spanischen Fußball bisher vor allem mit fünf Namensänderungen und der Rekordzahl von 13 Aufstiegen in die Primera División - was freilich bisher auch 12 Abstiege bedeutet - von sich reden. Eine klassische Fahrstuhlmannschaft also, die seit dem letzten Aufstieg im Jahr 2008 auch zusehends finanzielle Probleme kam. Dann kam der Scheich mit den Scheinen, und für 25 Millionen Euro wurde Málaga katarisch.
Wechsel der Philosophie
Der erste Plan hörte sich gut an. Man wolle keine Spieler kaufen, sondern selbst ausbilden, weshalb man auch vom FC Porto, dem besten Ausbildungsverein der Welt, den erfahrenen Coach Jesualdo Ferreira holte. Málaga startete aber schlecht in die Saison, und schon im November war Ferreira seinen Job los. Als Nachfolger kam Manuel Pellegrini und mit ihm eine andere Philosophie. Ausbildung ist schön und gut, schneller Erfolg aber offenbar verlockender. Nun scheint nicht Porto, sondern Real das Vorbild Málagas zu sein.
Im Winter kamen Kicker von Rang und Namen: Martín Demichelis von den Bayern oder auch Júlio Baptista von der AS Roma. So richtig wild wurde es dann aber erst im vergangenen Sommer. Die Katarer ließen für 58 Millionen Euro den spanischen Weltmeister Santi Cazorla aus Villarreal, Vize-Weltmeister Joris Mathijsen vom HSV, Jérémy Toulalan aus Lyon und Altmeister Ruud van Nistelrooy in Málaga antanzen.
Die laufende Spielzeit begann dann auch gar nicht so schlecht für den Abstiegskandidaten a.D., man hielt den Anschluss an die vorderen Ränge, doch seit Dezember läuft wenig zusammen. Aus den verwichenen sechs Partien konnte der Klub nur einen Sieg holen. Derzeit beträgt der Rückstand zu einem Champions-League-Platz, der für den Kauf weiterer großer Namen von wesentlicher Bedeutung ist, fünf Punkte. Klingt nicht nach sehr viel, doch nun kommt Besuch aus Madrid. Gegen Real hatte Málaga im Cup mit 2:0 geführt, und am Ende doch mit 2:3 verloren. Es ist eben noch ein weiter Weg zu den Sphären des Vorbildes.
Der Fußball ist ungerecht. Ungerecht, weil Benfica als (zumindest über weite Phasen) spielstärkere Mannschaft das Finale der Europa League mit 1:2...
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