Die Polizei schlug eine Schüler-Demonstration gegen die rassistische Bildungsreform des Apartheid-Südafrikas blutig nieder. Das Bild des ermordeten zwölfjährigen Hector Pieterson ging um die Welt, und der Soweto-Aufstand markierte eine neue offensive Welle des politischen Kampfs gegen das Apartheid-Regime, der davor im Untergrund an Schlagkraft verloren hatte.
Heute ist Soweto der größte Wohnbezirk Johannesburgs, seine Bevölkerung ist fast ausschließlich schwarz. Sozial ist das Viertel durchmischt. Von der Stadtautobahn kommend, führt der Immink Drive an Industrieanlagen und Wellblechhütten vorbei. Das Leben scheint sich direkt an der dicht befahrenen, mehrspurigen Verbindungsstraße abzuspielen: Straßenhändler bieten ihre Waren an, andere wärmen sich an offenem Feuer, Minibusse halten alle paar Meter, um Menschen zur Arbeit zu bringen. Doch Soweto ist auch die Heimat der schwarzen Mittelschicht. Den Weg zum Elkah-Stadion säumen einstöckige, mit Stacheldrahtzäunen gesicherte Einfamilienhäuser. Ein Campus der University of Johannesburg steht in Soweto, und auch der Sportartikelkonzern Nike hat während der WM hier seine Zelte aufgeschlagen. Vermutlich nicht als zufällige Konkurrenz zum "Fifa-Fan-Fest", der offiziellen Public-Viewing-Zone Sowetos.
Zäher Beginn
Das Areal rund um das Cricket-Stadion ist von Polizei und Ordnern hermetisch abgeriegelt. Einige Besucher bleiben an einem kleinen Straßenlokal an der Gumede Street hängen. Der langgezogene Innenraum erinnert an ein Getränkelager. Hinter einem vergitterten Schalter verkauft der Geschäftsinhaber Bier der Marke "Black Label" um sieben Rand (zirka 70 Cent), Zigaretten wandern im Einzelverkauf um zwei Rand über die Budel. Vor dem Lokal plaudern die Gäste, eine eingeschworene Clique aus der Nachbarschaft, Bier trinkend in der Sonne.

In einem neuen Audi fährt Ronnie vor, der sich als Sohn der Kickerlegende Steve "Kalamazoo" Mokone vorstellt. Sein Vater hat als erster schwarzer Südafrikaner im Ausland gespielt. Neben prominenten Stationen in Europa (FC Barcelona, Olympique Marseille und Torino), Australien und Kanada sorgte Mokone vor allem aufgrund eines Gefängnisaufenthalts wegen häuslicher Gewalt für Schlagzeilen.
Ronnie spricht lieber über Fußball und die Probleme der Bafana Bafana: "Uns fehlt ein schlagkräftiger Angriff. Die Spieler sind nicht sie selbst und versuchen, ausländische Teams nachzuahmen."
Wer als Fußballtrainer Erfolg haben will, muss vor allem mit der Jugend können. Und das bedeutet vor allem, authentisch sein...
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