Manchester.

Beim Schlager im FA-Cup am Sonntag, einer 2:3-Niederlage gegen den Stadtrivalen Manchester United, sah Kapitän Vincent Kompany die rote Karte. Er wird voraussichtlich für vier Spiele gesperrt. Gegen United waren Yaya und Kolo Touré schon nicht mehr dabei, sie bereiten sich mit der Elfenbeinküste auf den Afrika-Cup ab 21. Jänner vor. Wie lange sie ausfallen, hängt vom Erfolg ihrer Nationalmannschaft ab. Dazu laborieren die Stürmer David Silva, Mario Balotelli und Edin Deko an Verletzungen. Zumindest Balotelli könnte gegen Liverpool wieder in den Kader zurückkehren.
Doch schon vor dem Manchester-Derby hatte Trainer Roberto Mancini gejammert: "Im Jänner können wir ein großes Problem bekommen. Wir haben vier wichtige Ligaspiele und verlieren zwei Spieler für einen Monat, und wenn wir einen weiteren verlieren, brauchen wir mehr Spieler." Kompany war dieser weitere Spieler, wodurch das Wehklagen Mancinis nicht geringer wurde, obwohl er für seine erste Warnung auch Hohn geerntet hatte. Schließlich ist City mit Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, einem Mitglied der Herrscherfamilie Abu Dhabis, als Eigentümer im Hintergrund nicht dafür bekannt, Probleme bei der Spielerakquise zu haben. "Alle Leute denken, wir haben viele Spieler. Aber wir haben 19 Spieler plus Torhüter, das ist kein großer Kader."
Uefa-Finanzregel als Problem
Tatsächlich halten sich die entscheidenden Spiele für City in den kommenden Wochen aber in Grenzen. Abgesehen vom Duell mit Liverpool, in dem es um Citys erstes Ligacup-Finale seit 35 Jahren geht, wartet bis März in der Meisterschaft von den Topteams nur das Duell mit Tottenham Hotspur in eineinhalb Wochen. So kann man die Beschwerden Mancinis auch als taktisches Mittel in den Verhandlungen mit den Klubverantwortlichen deuten. Denn in der Tat klingt der Ruf nach neuen Spielern aus dem Mund eines Managers, der in den vergangenen zwei Jahren rund 300 Millionen Euro in neue Spieler investiert hat, befremdlich.
Zumal City aktuell neun Spieler verliehen hat, darunter Kaliber wie Roque Santa Cruz und Emanuel Adebayor. Die Misere im Angriff hat nicht zuletzt damit zu tun, dass Carlos Tévez, seit er im September gegen Bayern München die Einwechslung verweigert hatte, kein Spiel mehr für City bestritten hat. Doch Tévez könnte auch Teil der Lösung sein. Denn bevor die Klubführung überhaupt an neue Spieler denken will, müssen aktuelle von der Gehaltsliste verschwinden. Mancini ist optimistisch, dass Tévez noch im Jänner an einen der beiden Mailänder Klubs AC oder Inter verkauft werden kann.
Das wird auch nötig sein, nachdem City im Oktober für die vergangene Saison ein Minus von knapp 200 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 235 Millionen Euro) bekanntgegeben hat. Nachdem die aktuelle Saison die erste ist, die für das kostensenkende Financial-Fairplay-Programm der Uefa relevant ist, wollen die Klubeigentümer das Minus drastisch senken. Dabei geht es freilich nicht nur um Ablösesummen, sondern auch um die laufenden Gehälter, die bei City nicht gerade bescheiden ausfallen. Um wirklich an neue Spieler denken zu können, wird Mancini neben Tévez noch weitere Akteure abgeben müssen.
"Ich habe immer gesagt: ,Nimm mir alles, aber nicht den Ball‘", meinte Marko Arnautovic unlängst anlässlich seiner Suspendierung bei Werder...
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