Mönchengladbach. (art) Borussia Mönchengladbach - wer, bitteschön, ist Borussia Mönchengladbach? Nun, es gäbe viele Antworten auf diese Frage. Die Borussen, Arbeitgeber von Martin Stranzl, waren die Überraschungsmannschaft der Hinrunde in der deutschen Fußball-Bundesliga, sind vom Quasi-Absteiger zumindest in den Augen einiger besonders euphorischer Gemüter zum Titelkandidaten geworden und haben als Vierter überwintert. Als solcher empfangen sie am Freitag (20.30 Uhr) zum Start der Frühjahrssaison den führenden FC Bayern, der das Hinspiel mit 0:1 verloren hat. Es gibt also viele Gründe zum Respekt.
Dennoch scheint Mönchengladbach auf der Landkarte aus Münchner Sicht nicht existent, zumindest, wenn man sich die Kommentare anhört, die aus der ballestrischen Bundeshauptstadt, ganz der guten, alten Mia-san-mia-Tradition verhaftet, zu vernehmen sind. "Unser ärgster Konkurrent wird Dortmund sein, was dahinter passiert, kann uns eigentlich relativ egal sein", sagt etwa Kapitän Philipp Lahm zur "Sportbild". Auch Toni Kroos würdigt die Gladbacher in seiner Vorschau auf die zweite Saisonhälfte keines Satzes: "Dortmund ist die Mannschaft mit der meisten Qualität - nach uns."
Das mag stimmen. Die Dortmunder, also die anderen, die schwarz-gelben Borussen, liegen an zweiter Stelle, drei Punkte hinter Bayern, einen vor Mönchengladbach; und viele Beobachter trauen ihnen noch am ehesten zu, zum langfristigen Herausforderer des Rekordmeisters zu werden. Zudem scheint fraglich, ob Gladbach nach dieser Saison den gen Dortmund abwandernden Shootingstar Marco Reus gleichwertig ersetzen wird können. Doch noch ist Reus ja dabei. Und gerade er stand im Winter im Zentrum einer Debatte, von der man nun behaupten könnte, die Münchner wollen mit der zur Schau gestellten Zuversicht von ihr ablenken. Freilich: Das kann Spekulation sein. Doch das letztlich verschmähte Werben um den Nationalspieler hat zumindest bewiesen, dass auch der große FC Bayern schon einmal den einen oder anderen Seitenblick zum Underdog aus Mönchengladbach geworfen hat.
Heynckes mit Qual der Wahl
Und die Absage Reus war nur eines der Problemchen in der Vorbereitung, in der auch Österreichs Spieler des Jahres David Alaba zu einigen Einsätzen kam. Zuletzt zündelte der Brasilianer Breno, dem die Vereinsführung während der angeblichen Brandstifter-Affäre demonstrativ den Rücken gestärkt hatte, mit seinem Internet-Gezwitscher, bei dem er seinen Einsatz in einem Testspiel der zweiten Mannschaft sinngemäß als "Sauerei" bezeichnete. Und sportlich hat Trainer Jupp Heynckes sich noch nicht entschieden, wie er seine geballte Offensivkraft am besten zur Geltung bringen kann. Bei Toni Kroos und Thomas Müller hat er zwar den Vorteil, dass sie flexibel einsetzbar sind, und dementsprechend mehrere Optionen offen, festgelegt hat er sich aber noch nicht. Und der schon abgeschriebene Ivica Olic vereinfachte die Situation für den Trainer nicht gerade, indem er in den Testspielen wie am Fließband traf und sich damit wieder für Einsätze aufdrängte.
Die Stars bei Laune zu halten, wird also eine der Hauptaufgaben Heynckes in der Rückrunde sein. Natürlich kann man das ein Luxusproblem nennen, das andere Trainer gerne hätten und Heynckes mit seiner Erfahrung wohl lösen wird können. Und natürlich war das in der Vorbereitung, die auch dank der Rückkehr des heimlichen Mannschaftsführers Bastian Schweinsteiger nach dessen Schlüsselbeinoperation von einer Feel-good-Stimmung geprägt war, kein Thema. Aber allzu viel sagt das noch nicht aus. Oder, in den Worten von Philipp Lahm: "Wenn wir gewinnen, war die Vorbereitung gut, wenn wir verlieren, war sie schlecht. So ist das halt." Ja, so ist das beim FC Bayern. Und so braucht man tatsächlich keinen Blick auf die Konkurrenz zu werfen.
Man muss kein Austria-Fan sein, um die Austria 2012/13 (zumindest ein bisschen) zu bewundern. Sie hat sich endgültig von der Post-Stronach-Ära...
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