
Salzburg. Der österreichische Fußball-Cup und das Bundesland Salzburg, das war bisher keine Liebesgeschichte. Doch in dieser Saison, in dieser Saison könnte das etwas werden. Was sonst als ein gutes Omen sollte es denn sein, dass die Losfee im Viertelfinale zwei Salzburger Mannschaften gegeneinander gelost hat? Konkret handelt es sich um zwei Mannschaften, aber nur einen Verein. Denn Red Bull Salzburg traf am Dienstagabend auf die Red Bull Juniors. Der Sensationswert der Meldung, dass Salzburg im Halbfinale steht, hält sich also in Grenzen. Und auch das Ergebnis sollte keine große Sensation werden. Salzburg siegte 4:1, und zwar das Bundesliga-Salzburg, die Juniors spielen derzeit in der Regionalliga.
Wer spielt für wen?
Die Spannung, welcher Verein es ins Halbfinale schaffen würde, war also schon vor dem Spiel heraußen. So stellten sich andere Fragen. Etwa zu welcher Mannschaft die Fans halten würden? Oder ob die Zuschauerzahl von Grödig, der dritten Salzburger Mannschaft im Viertelfinale, übertroffen werden würde? Der Zweitliga-Klub aus dem südlichen Speckgürtel der Stadt verlor am Dienstag vor immerhin 2000 Zuschauern zuhause knapp gegen Titelverteidiger Ried. Das ging sich nicht ganz aus. Das Red-Bull-interne Schlagerspiel wollten nur 1440 Zuschauer sehen. Sie müssen echt ratlos gewesen sein, wie sie den Mittwoch sonst hätten verbringen sollen.
Offen blieb dagegen zunächst die Frage, welches der beiden Teams gewöhnlich in der Bundesliga spielt, denn es war kein Klasseunterschied zu erkennen. Vielleicht haben die Salzburger einen unwahrscheinlich tollen Nachwuchs, vielleicht war die Bundesliga-Truppe auch einfach schwach. Auch die knapp 50 Fans in der Fankurve (in welcher eigentlich?) waren keine Hilfe bei der Beantwortung der Frage, ihr erster Sprechchor galt Niclas Heimann, dem Tormann der Juniors. Auch "Wir wollen Salzburg siegen sehen" oder "Auf gehts, Salzburg schießt ein Tor" war nicht weiter hilfreich.
Juniors gehen in Führung
Dafür halfen einander die Teams beim Kreieren der Torchancen gegenseitig, was die Unterscheidung auch nicht erleichterte. So ließ Heimann in der zweiten Minute einen Querpass durch, Cristiano verfehlte aber das Tor. Zur Aufklärung: Cristiano spielt für die Profis. In der 27. Minute legte Cristiano den Juniors dann via gefühlvollem Rückpass eine Riesenchance auf, die aber wegen eines vorangegangenen Fouls abgepfiffen wurde.
Die 1:0-Führung schafften die Juniors dann ganz ohne Mithilfe der Großen, Daniel Krenn traf in der 38. Minute mit einem Schuss aus gut 20 Metern. Spätestens da war klar, wem die Sympathien des Publikums gehören. Selten in der Red-Bull-Ära hat die Haupttribüne einen so emotionalen Jubel gesehen. Unter die Euphorie um die Jungstars mischten sich aber auch vereinzelte Unmutsäußerungen über die eigentlichen Aushängeschilder des Klubs. "Denen gehört allen sofort der Audi abgenommen", hieß es.
Die Lage beruhigte sich auch durch das 1:1 von Jonathan Soriano in der 44. Minute nur kurzfristig. Als Simon Cziommer wenig später einen Querpass der Juniors fast ins eigene Tor bugsierte, reagierte die Haupttribüne mit kollektivem schallenden Gelächter.
Da hatte Salzburg-Trainer Ricardo Moniz also sein erwartet schweres Spiel. Die Warnungen im Vorfeld waren keine leeren Floskeln, der Klub war jeglicher Absprachen unverdächtig. Warum Moniz trotzdem lieber gegen die eigenen Juniors als gegen Mattersburg spielt, wie er im Vorfeld bekannte, zeigte die zweite Halbzeit.
Denn trotz einer bescheidenen Leistung kam seine Mannschaft dann doch relativ einfach ins Halbfinale. Großen Spaß dürfte es trotzdem nicht gemacht haben. Das zeigte der Torjubel von Ibrahim Sekagya, der nach seinem Treffer zum 2:1 (74.) den Ball wutentbrannt Richtung Haupttribüne drosch. Für die weiteren Treffer sorgten Teigl (77.) und erneut Soriano (82.).
Blamage für den Cup
Damit blieb dem österreichischen Cup die Blamage, dass ein Bundesligist von seinen eigenen Amateuren aus dem Bewerb geworfen wird, erspart. Und dem Cup bleibt künftig die Blamage erspart, dass es überhaupt zu solchen Partien kommt. Denn ab der kommenden Saison sind die Amateurmannschaften der Großklubs nicht mehr startberechtigt, Red Bull hat dann nur noch eine Mannschaft dabei. Womit natürlich die Chancen von Red Bull auf einen Cup-Erfolg sinken.
"Ich habe immer gesagt: ,Nimm mir alles, aber nicht den Ball‘", meinte Marko Arnautovic unlängst anlässlich seiner Suspendierung bei Werder...
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