• vom 12.04.2012, 22:10 Uhr

Fußball

Update: 12.04.2012, 22:14 Uhr
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Franco Foda im Porträt

Vom Verteidiger zum Meistertrainer



Franco Foda in besseren Sturm-Zeiten

Franco Foda in besseren Sturm-ZeitenAPAweb / Leodolter Franco Foda in besseren Sturm-ZeitenAPAweb / Leodolter

Graz.  Mit seiner Beurlaubung ist das Kapitel Franco Foda und Sturm Graz nicht nach Wunsch der Beteiligten zu Ende gegangen. Foda hat es geschafft, mit einem Club als Spieler (zweimal) und Trainer Meister zu werden. Er gehörte bereits zum Inventar in Graz.

Fast 15 Jahre stand Foda bei den "Blackies" unter Vertrag. Im Sommer 1997 wechselte der gebürtige Mainzer nach Engagements in seiner Heimatstadt, Kaiserslautern, Bielefeld, Saarbrücken, noch einmal Kaiserslautern, Leverkusen und Stuttgart vom FC Basel zu den Grazern und gewann in den glorreichen Sturm-Zeiten neben den beiden Meistertiteln (1998, 1999) auch den ÖFB-Cup (1999) und Supercup (1999). Dazu kamen drei Champions-League-Teilnahmen, wobei in der Saison 2000/01 nach einem Gruppensieg erst in der damaligen Zwischenrunde mit Platz drei Endstation war. Ein einzigartiger österreichischer Erfolg in der jüngeren Europacup-Geschichte.

Foda beendete im Sommer 2001 seine aktive Karriere, nachdem er am 27. September 2000 bei der 0:5-Schlappe gegen Monaco sein letztes Pflichtspiel im Sturm-Dress bestritten hatte. Sein Trainertalent wurde sofort ersichtlich, der ehemalige Verteidiger holte als Sportlicher Leiter des Amateurteams in der steirischen Landesliga (Saison 2001/02) auf Anhieb den Titel, was ihn auch für die Profis interessant machte. Von 14. September 2002 bis 4. Juni 2003 durfte Foda nach dem Rücktritt von "Jahrhundert-Trainer" Ivica Osim als Interimscoach fungieren und wurde Sechster der Meisterschaft, ehe er wieder bis 31. Mai 2006 zu den Amateuren musste.

Ab 1. Juni 2006 hatte der zum Tiefstapeln neigende Deutsche, der sich selbst als "eitel" bezeichnet, dann fix den Profi-Trainerposten inne. "Ich freue mich auf die Herausforderung und werde hart daran arbeiten, Sturm wieder in positivere Schlagzeilen zu bringen", lautete Fodas ehrgeizige Zielsetzung bei seinem Amtsantritt. Er hielt Wort. In der ersten Saison reichte es zwar nur zu Platz sieben, allerdings wurden Sturm damals wegen diverser Lizenz-Verstöße insgesamt 13 Punkte abgezogen.

Danach etablierten sich die Grazer aber als vierte Kraft der Liga und rückten immer näher an die absoluten Spitzenteams heran. Während die Steirer in den vergangenen Saisonen meist im Frühjahr nachgelassen hatten, blieb man 2010/11 stabil. Am 25. Mai 2011 durfte sich Sturm nach einem 2:1 gegen Wacker Innsbruck über den dritten Meistertitel der Vereinsgeschichte freuen. Beim zuvor letzten am 29. Mai 1999 hatte auch Foda als damaliger Libero den Teller in die Höhe stemmen dürfen.

Die kontinuierlich gute Arbeit blieb auch anderen Clubs nicht verborgen. Foda selbst bestätigte, dass es in den vergangenen Jahren konkrete Anfragen von Kaiserslautern und Bochum gegeben hatte. Beiden sagte er ab. Auch wenn es um den Posten des ÖFB-Teamchefs ging, fiel des öfteren der Name Foda. Im September 2011 galt der Deutsche als Favorit auf die Nachfolge von Dietmar Constantini, ehe ÖFB-Präsident Leo Windtner den Schweizer Marcel Koller einigermaßen überraschend aus dem Hut zog.

Knapp drei Monate später wurde es erneut laut um Foda. Eine Einigung mit Sturms Führungsetage über die Verlängerung des im Sommer 2012 auslaufenden Vertrages kam nicht zustande. Nach der Amtsübergabe von Gerald Stockenhuber zu Christian Jauk keimte zwar kurz Hoffnung bei den Sturm-Fans auf, die sich aber nicht erfüllte. Nach der Cup-Blamage gegen Hartberg war die Trennung amtlich. Ein unwürdiger Abgang für einen Mann, der trotz seines Ablaufdatums eines stets beteuert hatte: "Ich werde meine Arbeit bei Sturm nicht vernachlässigen und bis zum Schluss alles geben."




Schlagwörter

Sturm Graz, Franco Foda

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-12 22:12:00
Letzte Änderung am 2012-04-12 22:14:22


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