Madrid.

Und dennoch übte man sich in München in den vergangenen Tagen im Understatement, sonst nicht eben die Paradedisziplin des FC Bayern. "Uns wird die Hölle erwarten", sagt Karl-Heinz-Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende. Ganz von der Hand zu weisen ist diese These nicht. Nachdem der designierte spanische Meister im Hinspiel noch abwartend agiert hatte, dürften Cristiano Ronaldo und Co., zusätzlich gestärkt durch das 2:1 beim FC Barcelona in der Primera División, diesmal für mehr Druck nach vorne sorgen. Daheim haben sie sowieso eine eindrucksvolle Bilanz: Die fünf Spiele in Madrid im laufenden Bewerb haben sie klar gewonnen.
Und in München ist zudem die Nervosität groß, so kurz vor der Endstation Sehnsucht, dem Champions-League-Finale im eigenen Stadion am 19. Mai, noch zu scheitern. Seit Saisonbeginn schwirrt dieses Datum jedem Fußball-Fan im Großraum München im Kopf herum. "Wir werden alles geben, um diesen Traum wahr werden zu lassen. Natürlich wäre es fantastisch, auch historisch gesehen", sagt Rummenigge. Denn bisher hat noch nie ein Klub ein Champions-League-Finale im eigenen Stadion erreicht.
Alaba gefasst
Angesichts dieser Chance nahmen die dem Poltern ansonsten nicht abgeneigten Vereinsverantwortlichen die Tatsache, dass die Meisterschaft zum zweiten Mal hintereinander nicht in die selbsternannte Fußball-Hauptstadt Deutschlands ging, mit erstaunlicher Gelassenheit. Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß gratulierten dem neuen und alten Meister Dortmund und erklärten das Thema dann für abgehakt - ebenso wie den Kabinenstreit zwischen Ribéry und Arjen Robben. So knapp vor dem Ziel wird keine Ablenkung geduldet, weder durch den Nicht-Gewinn der Meisterschaft, noch durch einen Kleinkrieg der launischen Diven.
Hinter Ribéry, der laut Medien nach dem Hinspiel auf Robben losgegangen sein soll, wird wieder David Alaba als Linksverteidiger beginnen. Der 19-Jährige könnte auch aus österreichischer Sicht für eine Premiere sorgen: Seit Bestehen der Champions League hat noch nie ein ÖFB-Legionär im Finale gespielt. Alaba, der im Hinspiel eine starke Leistung geboten hat, gibt sich vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit den Real-Stars gelassen. "Wir werden es ihnen so schwer wie möglich machen", sagt er. Und wenn alles nichts hilft, bleibt ja immer noch die Hoffnung auf die Glücksgötter.
"Ich habe immer gesagt: ,Nimm mir alles, aber nicht den Ball‘", meinte Marko Arnautovic unlängst anlässlich seiner Suspendierung bei Werder...
weiter