Barcelona. Gemunkelt wurde es ja schon seit ein paar Tagen, jetzt ist es offiziell. Josep "Pep" Guardiola, Erfolgstrainer des FC Barcelona, dankt ab. Der 41-Jährige gab am Freitag bekannt, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Die Nachfolge des Erfolgstrainers wird Tito Vilanova antreten, wie Clubchef Sandro Rosell bekanntgab. Vilanova arbeitete bisher als Assistent des scheidenden Trainers.

"Das ist keine einfache Entscheidung für mich, aber es ist an der Zeit, zu gehen", erklärte der 41-Jährige am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Club-Präsident Rosell und Sportdirektor Andoni Zubizarreta.
13 Titel in vier Jahren
Mit dem Abgang von Guardiola verliert der FC Barcelona den möglicherweise erfolgreichsten Coach der Clubgeschichte. Seit seinem Amtsantritt 2008 gewannen die Katalanen 13 Titel, darunter zweimal die Champions League und dreimal die spanische Meisterschaft. Die Chance auf die 14. Trophäe bietet sich am 25. Mai im Cup-Finale gegen Athletic Bilbao - der Meistertitel und die Champions League wurden allerdings in den vergangenen Tagen verspielt.
Nicht nur durch die zahlreichen Triumphe, auch durch die Art und Weise, wie sie errungen wurden, sorgte der scheidende Trainer mit Barcelona für Schlagzeilen. Die Katalanen schwangen sich mit bedingungslosem Offensiv-Fußball, rasantem Kurzpassspiel und laufintensivem Pressing zur besten Mannschaft der Welt auf, was sowohl als Verdienst von Lionel Messi und Co. als auch von Guardiola gilt.
Ausgebrannt
Nach fast vier Jahren im Amt sei er nun aber ausgebrannt, erklärte der Katalane. Er habe schon im vergangenen Sommer gewusst, dass es sich um seine letzte Saison auf der Barca-Bank handeln würde. "Ich bin erschöpft und muss meine Batterien wieder aufladen. Ich brauche wieder die Leidenschaft, die ich in meinem ersten Jahr hatte." Vor einigen seiner Spieler wie Xavi, Andreas Iniesta, Carles Puyol oder Cesc Fabregas bat Guardiola um Verständnis für seinen Abschied. "Es tut mir leid, dass ich die Energie verloren habe. Aber ich gehe mit dem Gefühl, einen guten Job gemacht zu haben."
Spekulationen, wonach er bei Chelsea, Inter Mailand oder sogar beim englischen Nationalteam anheuern könnte, erteilte Guardiola eine Absage. "Ich möchte im Moment nicht als Trainer arbeiten." Dafür wird er seinem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Wenn Tito mich braucht, werde ich hier sein."
Die Wahl von Vilanova sei die richtige gewesen, so Guardiola. "Er ist sehr kompetent und alle Spieler kennen ihn. Er wird Dinge einbringen, die ich nicht mehr einbringen kann." Der 42-Jährige entstammt so wie Guardiola und der Großteil der Barcelona-Spieler der clubeigenen Talenteschmiede "La Masia".
"Langzeit-Projekt"
Für Sportdirektor Zubizarreta ist Vilanova deshalb der logische Guardiola-Nachfolger. "Wenn wir für die Kampfmannschaft Spieler suchen, schauen wir uns ja auch zuerst im eigenen Verein um", sagte der Ex-Goalie und sprach von einem "Langzeit-Projekt" mit dem designierten neuen Cheftrainer.
In dieser Funktion heißt für Vilanova vor allem, den Erzrivalen Real Madrid hinter sich zu lassen. Mit dessen Coach Jose Mourinho machte der Katalane bereits im vergangenen August im spanischen Supercup nähere Bekanntschaft: Damals fuhr ihm Mourinho mit dem Finger ins Auge und wurde dafür mehrere Wochen gesperrt. Wenig später, im November des Vorjahres, wurde Vilanova wegen eines Ohrspeicheldrüsen-Tumors erfolgreich operiert.
Man muss kein Austria-Fan sein, um die Austria 2012/13 (zumindest ein bisschen) zu bewundern. Sie hat sich endgültig von der Post-Stronach-Ära...
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