Hartberg. Jakob Jantscher bleibt Salzburgs Mann für heikle Fälle. Der Flügelspieler erzielte beim hart erkämpften 1:0 im Cup-Semifinale in Hartberg zum wiederholten Mal den entscheidenden Treffer für die Salzburger. Dank Jantscher darf der aktuelle Bundesliga-Spitzenreiter nun erstmals in der Red-Bull-Ära vom Double träumen. Einen vorentscheidenden Schritt dazu könnte die Mannschaft am Sonntag in Wien gegen den ersten Verfolger Rapid machen.

"Wir stehen jetzt zum ersten Mal in der Geschichte im Finale. Jetzt kommt gegen Rapid das nächste Finale", meinte Salzburgs Trainer Ricardo Moniz nach dem Favoritensieg gegen das Schlusslicht der Erste Liga. Der vor einem Monat noch angezählte Niederländer könnte am Ende einer turbulenten Saison als großer Gewinner dastehen. Wem er dies in den vergangenen Wochen großteils zu verdanken hat, war auch Moniz bewusst: "Jantscher hat uns Gott sei Dank mit seinem Tor erlöst."
In seiner Heimat war der 23-jährige Grazer in der 79. Minute nach einem schnellen Gegenstoß zur Stelle und bewahrte den haushohen Favoriten damit vor einer möglichen Blamage. Wirklich überlegen waren die Salzburger gegen den Viertelfinal-Bezwinger von Sturm Graz zuvor nicht gewesen. Jantscher untermauerte mit seinem sechsten Tor in den jüngsten fünf Partien, dem insgesamt neunten im Jahr 2012, aber seine Topform.
Groß feiern lassen wollte sich der Teamkicker aber nicht. Er fasste gleich die anstehende Aufgabe ins Auge. "Wir haben uns nur auf Hartberg konzentriert. Jetzt heißt es in den nächsten Tagen volle Konzentration auf Rapid", meinte Jantscher. Gegen die Grün-Weißen könnte Salzburg bei danach noch drei ausständigen Runden entscheidend vorlegen. Es winkt das Double: Nach dem Cup-Endspiel am 20. Mai im Happel-Stadion gegen den Sieger der Mittwoch-Partie Ried gegen Austria (nach Redaktionsschluss) könnte Salzburg als großer Triumphator der Saison 2011/12 gelten. "Wir sind in der Meisterschaft drei Punkte vorne und jetzt im Finale. Das heißt, die Möglichkeit lebt", erklärte Jantscher.
"Erwachsener geworden"
Wo Salzburg ohne die Tore des Mittelfeldspielers stehen würde, ist nicht absehbar. Jedoch muss festgestellt werden, dass Jantscher im Frühjahr nicht nur einmal entscheidend traf. Bereits beim 3:1-Heimsieg gegen Rapid erzielte er in der 86. Minute das 2:1. Die Liga-Partien gegen Kapfenberg (1:0), Wacker Innsbruck (2:0) und zuletzt Mattersburg (1:0) entschied der mit 14 Toren Führende der Liga-Schützenliste im Alleingang. Auch vor eineinhalb Wochen gegen Ried (2:0) traf Jantscher zur wichtigen Führung, was ihm damals ein Extralob einbrachte. "Er ist viel konkreter, erwachsener als vergangene Saison", meinte Moniz damals über Jantscher, der der Vergangenheit oft als schlampiges Talent gegolten hat. Salzburgs Coach - weltweit einer der renommiertesten Individualtrainer - fügte deshalb auch an: "Er ist auch noch lange nicht da, wo er sein kann."
Hartberg musste sich eingestehen, dass eine kämpferisch tadellose Leistung am Ende oft nicht reicht. Mit ein wenig Glück wäre vielleicht die Sensation möglich gewesen, hätte Lukas Mössner in der 13. Minute nicht die Riesenchance auf die Führung verjuxt. "Ich glaube, dass wir praktisch ebenbürtig waren. Die individuelle Klasse hat man bei Salzburg schon gesehen", erkannt TSV-Torhüter Jürgen Rindler. Trösten durften sich die in der zweithöchsten Spielklasse vor dem Abstieg stehenden Oststeirer mit 50.000 Euro Startprämie. Salzburg streifte durch den Finaleinzug weitere 120.000 Euro ein.
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